Diabetes als häufigste Ursache für Neuropathie – Tipps zu Prävention und Behandlung

Nervenschädigungen sind eine der häufigsten Folgeschäden einer Diabetes-Erkrankung. Im Schnitt entwickeln rund 30 Prozent der Diabetiker über die Jahre eine sogenannte Neuropathie. Damit ist die Grunderkrankung Diabetes die wahrscheinlich häufigste Ursache für Nervenschäden: Laut dem Fachportal nervenschmerz-ratgeber.de besteht heute bei fast jedem dritten Fall von Neuropathie ein Zusammenhang mit Diabetes. Auch eine andere Zahl gibt zu denken: Bis zu 40 Prozent der Diabetes-Patienten mit Nervenschmerzen weisen eine mehrfache Nervenschädigung, eine sogenannte Polyneuropathie, auf. Dabei können sowohl die peripheren Nerven in Mitleidenschaft gezogen werden, also alle Nerven, die Empfindungen und Bewegungsimpulse weiterleiten, wie auch das vegetative Nervensystem, das für die funktionale Steuerung der inneren Organe zuständig ist.

Ursachenforschung: Gründe für die Entwicklung von Neuropathien

Die Ursachen für die Entwicklung von Neuropathien aufgrund einer Diabetes-Erkrankung liegen laut Experten vor allem in ständig erhöhten Blutzuckerwerten. Dadurch können sich Zucker und seine Abbaustoffe im Gewebe anreichern – und dort wie ein Nervengift wirken. Für die Entwicklung einer Neuropathie ist der Diabetes-Typ übrigens unerheblich – es trifft gleichermaßen Menschen mit Typ-1- wie auch Typ-2-Diabetes. Als Risikofaktoren, die die Entwicklung von Nervenschädigungen begünstigen können, gelten neben erhöhten Blutzuckerwerten und Diabetesdauer auch Netzhautschäden, Nierenschäden sowie Schädigungen an den Herznerven.

Feststellbar ist eine periphere Neuropathie an Symptomen wie Gefühlsstörungen bis hin zu Taubheitsgefühlen, ständigem Brennen oder Kribbeln sowie Missempfindungen bei Schmerzimpulsen, Temperaturwechseln oder auch einfachen Berührungen.

Um Störungen des vegetativen Nervensystems festzustellen, bedarf es hingegen spezieller Untersuchungen und Tests durch Fachärzte. Erste Hinweise auf häufig vorkommende Probleme im Magen-Darm-Bereich können beispielsweise Schluckbeschwerden, Unterzuckerung nach dem Essen (im Fall von Diabetikern, die zum Essen schnelles Insulin spritzen) sowie ein rasches Sättigungsgefühl sein.

Behandlung und Vorbeugung

Behandelt werden Neuropathien bei Diabetikern vor allem mit dem Ziel der Eindämmung der Nervenschädigung und der Schmerztherapie. In vielen Fällen wird dafür an der Optimierung der Blutzuckerwerte gearbeitet. Experimentell werden auch Infusions- oder Tablettentherapien mit Alpha-Liponsäure zur Förderung der Nervendurchblutung eingesetzt. Die Schmerzen werden vorrangig mit Hilfe von Antikonvulsiva, Antidepressiva und Opioiden bekämpft und oft auch mittels elektrischer oder elektromagnetischer Nervenstimulation therapiert.

Wer selbst dazu beitragen möchte, eine Neuropathie einzudämmen oder zu verhindern, sollte neben dem ständigen Blick auf seine Blutzuckerwerte vor allem dafür sorgen, dass er gesund lebt. Das heißt: Übergewicht abbauen, auf Rauchen und Alkohol verzichten – und regelmäßig die Blutfettwerte kontrollieren lassen. Da durch Neuropathien vor allem die Füße in Gefahr sind, schlecht heilende Geschwüre zu entwickeln, sollte auch der Fußpflege besondere Aufmerksamkeit gelten. Dabei empfiehlt es sich, keine falsche Tapferkeit an den Tag zu legen: Auch kleinste Verletzungen sollten zur Sicherheit mit dem Arzt abgeklärt werden, um die Entwicklung irreversibler Schädigungen von Gewebe und Knochen zu vermeiden.

Rund 30 Prozent der Diabetiker entwickeln eine Neuropathie. Diese Nervenschädigungen sind vor allem deshalb so tückisch, weil sie irreversibel sind. Deshalb gilt es, vor allem die Blutzuckerwerte ständig im Blick zu haben und kompromisslos auf eine gesunde Lebensweise und Ernährung zu setzen.

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Markus Berndt

Autor, dipl. Personaltrainer & Ernährungscoach, Unternehmensberater für betriebliche Gesundheitsförderung

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