Zimt

ZimtFür mich ist die therapeutische Wirkung von Zimt schon derart selbstverständlich, dass ich beinahe darauf vergessen könnte, in meinen Seminaren und Vorträgen darauf hinzuweisen. Überraschenderweise wird der unbestreitbare Nutzen von Zimt in Bezug auf Diabetes Typ-2 trotzdem noch von so manch Ignoranten hartnäckig ignoriert und komplett ausgeblendet.

Die antidiabetischen Effekte von Zimt wurden anhand zahlreicher In-vitro- und In-vivo-Untersuchungen, sowie mittlerweile auch evidenzbasierter Humanstudien untersucht. Verantwortlich dafür dürfte eine „zimteigene“ wasserlösliche Polyphenolverbindung namens MHCP sein, welche die Aufnahme des Blutzuckers in den Zellen verstärkt und somit eine ähnliche Funktion wie Insulin erfüllt. Laut einigen Studien soll Zimt den Blutzucker bis zu 29 Prozent senken, die optimale Verzehrmenge sollte dabei zwischen 3 und 6 Gramm täglich liegen.

Zimt ist übrigens auch in der Lage, den Cholesterinspiegel zu verbessern, dafür reicht bereits eine Verzehrmenge von 0,12 Gramm täglich. Das gute HDL-Cholesterin wird dabei erhöht, während das „böse“ LDL-Cholesterin reduziert wird.

Am besten dürfte ein wässriger Zimtextrakt aus chinesischem Zimt (Cinnamomum cassia) wirken, dessen regelmäßige Einnahme offensichtlich ähnlich effektiv sein soll wie die des Diabetesmedikaments Glibenclamid – allerdings ohne dessen Nebenwirkungen!

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten, und so sollte man bedenken, dass oben zitierter Zimt eine nicht unbedeutende Menge an Cumarin beinhaltet, welcher bei Menschen mit Lebervorerkrankungen diese noch vergrößern-, respektive zu Entzündungen führen kann. Ich bevorzuge daher indischen Ceylon-Zimt (Cinnamomum zeylanicum), der nicht nur feiner schmeckt, sondern auch bedeutend weniger Cumarin beinhaltet. Allerdings ist dessen Effekt auf den Blutzucker leider auch geringer als der des chinesischen Zimts.

Man sollte „die Kirche jedoch im Dorf lassen“, denn die lebertoxische Substanz, die sich aus dem Cumarin bilden kann, wurde nur in Versuchen an Tieren nachgewiesen, welche einen anderen Stoffwechsel als der Mensch haben.

Zudem liegt die laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) unbedenkliche Toleranzgrenze für die tägliche Verzehrmenge von Cumarin bei 0,1 mg/kg Körpergewicht. Das würde beispielhaft ca. 8 mg Cumarin täglich bei einer 80 kg schweren Person bedeuten. Um auf diese Menge Cumarin zu kommen, müsste die Person in unserem Beispiel in etwa 28,5 g chinesischen Zimt täglich einnehmen. Also fast 5x mehr, als die weiter oben beschriebene empfohlene und „blutzuckersenkende“ Verzehrmenge.

Persönliche verwende ich schon seit Längerem auch gemahlenen Saigon Zimt aus den tropischen Hochebenen Vietnams, den ich mir in mein Müsli einrühre. Abgemessen habe ich die Zimtmenge dabei noch nie und ich lebe immer noch… 😉 

Diabetes Ade-Termine im Herbst/Winter 2017:

25.10.2017: Sprechstunde „Diabetes Prävention im Zentrum“, in der Praxis von DDr. Sabine Wiesinger – http://www.diabetesade.com/seminare-workshops

22.11.2017: Impulsvortrag mit Verkostung in der Wiener Stilarena – Eintritt frei! – http://www.stilarena.at/inside_zuckerfrei/

27.11.2017 – 1.12.2017: Exklusive-Lifestyle Reise nach St. Agatha: http://www.diabetesade.com/urlaube-diabetes-ade/lifestyle-gesundheitstage-in-st-agatha

 

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Markus Berndt

Autor, dipl. Personaltrainer & Ernährungscoach, Unternehmensberater für betriebliche Gesundheitsförderung

Kommentare (10)

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    Augustin Kainz

    |

    Sehr geehrter Herr Bernd

    Da es hier um Gewürze geht hätte ich da eine neue Frage.
    Über Asant und Sumach in Verbindung mit Diabetis2 Über Asant finde ich eigendlich keine vernüftige Seite ausser mit Rezepten alle anderen sind auf englisch,Sumach soll Folgeerscheinungen die das Herz betreffen,reduzieren ?
    Haben Sie da Erkenntnisse,Wissen zu den beiden Gewürzen?

    Lieben Gruß

    Reply

  • Avatar

    augustin Kainz

    |

    Hallo Herr Bernd 🙂

    Ich dachte immer Ceylon-Zimt sei der bessere,da er weniger Cumarin enthält,zudem fällt mir da eine Frage dazu ein,stimmt es,das es da eine empfohlenen Tagesmenge von 1 Teelöffel Zimt gibt?
    Lieben Gruß

    Reply

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      Markus Berndt

      |

      Hallo Herr Kainz,
      ich verstehe offen gesagt Ihre Frage nicht so ganz, auf beide Punkte gehe ich doch in meinem Artikel näher ein. Worin genau besteht die Unklarheit?
      LG

      Reply

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        Augustin Kainz

        |

        Hallo Her Bernd

        Tut leid habe ich überlesen,war schon etwas früh 🙂
        Damit erübrigt sich die Fragerei
        Lieben Gruß

        Reply

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    petra

    |

    Sehr geehrter herrr Berndt,

    ich habe eine frage zu ihrem beitrag zimt. ja ich kann bestätigen was zimmt betrifft -immer wieder wird es gesagt das es völliger quatsch ist was über die wirkungsweise gesagt wird. aber es gibt mittlerweile einige apotheker die die heilende wirkung von zimt bei diabetes bestätigen.

    aber meie frage ist was ist saigon zim und was sit cassis zim – was ist der unterschied – worauf sollte man beim zimt kauf achten.

    danke

    Reply

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      Markus Berndt

      |

      Ich habe vor längerer Zeit einmal selbst einen Beitrag über Saigon Zimt aus Vietnam gelesen. Darin stand, dass Saigon Zimt noch bessere Wirkung als Cassia Zimt hat. Cassia Zimt ist der chinesische Zimt. Meine ganz persönliche Meinung: Solange man es nicht übertreibt und an die Mengenangaben hält die ich beschrieben habe, braucht man auf keine besonderen Merkmale achten.

      Reply

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    Dagmar Herdt

    |

    Hallo Herr Berndt, Sie sollten zu Ihren, nach wie vor sehr interessanten Beiträgen, einen i Like Button einfügen! Viele Grüße

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      Markus Berndt

      |

      Vielen Dank, ich werde es meinem IT-Support weitergeben.

      Reply

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