Litschis

LitschisVielleicht haben Sie auch schon davon gehört, angeblich soll die gesunde Exotenfrucht Litschi, auch Lychee genannt, für den Tod vieler Kinder in Indien verantwortlich sein. Die Kinder starben nach Verzehr der Litschis an Unterzuckerung. Müssen wir uns nun alle fürchten…?

Tatsächlich dürfte der Tod der Kinder in unmittelbarem Zusammenhang mit dem stark übermäßigen Verzehr von Litschis zusammenhängen, welche von den Kindern häufig in großen Mengen – und ohne weitere Nahrung aufzunehmen – auf leerem Magen zu Abend gegessen wurden.

Die Kinder starben offensichtlich an Unterzuckerung, bedingt durch den Umstand, dass Litschis die Umwandlung von Kohlenhydraten zu Glukose hemmen. Sie sind augenscheinlich regelrechte „Carb Blocker“, ein Effekt, der meinen Leserinnen und Leser eventuell bekannt vorkommen könnte. Nämlich von den weißen Kidneybohnen, welche ein Enzym hemmen, das für die Verstoffwechselung von Carbs (= Kohlenhydrate) verantwortlich ist. Auch wenn der Wirkungsmechanismus vermutlich ein anderer ist, das Ergebnis dürfte doch sehr ähnlich sein.

Der Gedanke liegt nun nahe, den Wirkstoff der Litschis zu extrahieren und daraus ein Medikament gegen Diabetes zu entwickeln. Doch angeblich (!?) ist diese recht unbekannte Aminosäure namens Hypoglycin A giftig und dafür unbrauchbar. Zudem blockiert sie auch die Umwandlung mancher Fettsäuren und kann eine für den Muskelaufbau essentielle Aminosäure hemmen.

Doch was passiert eigentlich, wenn Diabetiker Typ-2, welche weder insulinpflichtig sind, noch Tabletten einnehmen, die Unterzuckerungen verursachen können, Litschis essen? Ich weiß es nicht, da ich bis dato keine Litschis gegessen habe, was ich selbstverständlich sofort nachholen werde. Angst, dadurch zu unterzuckern, habe ich ganz bestimmt keine. Da schon viel eher die freudige Erwartung, einmal mehr ein „Naturheilmittel“ entdeckt zu haben, welches meinen Blutzucker auf natürliche Art senkt.

Man kann alles im Leben übertreiben, und das Schicksal oben erwähnter indischer Kinder ist zweifelsfrei über alle Maßen schrecklich. Doch wer weiß, vielleicht zählt die Litschi trotzdem schon bald zu meinen persönlichen Favoriten unter den „Diabetes-Superfoods“. Man darf gespannt sein…

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Markus Berndt

Autor, dipl. Personaltrainer & Ernährungscoach, Unternehmensberater für betriebliche Gesundheitsförderung

Kommentare (7)

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    augustin kainz

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    Danke Herr Berndt 🙂
    Denek das Sie mich mit Ihren Aussagen bestätigt haben.habe bei uns in der nähe von einem Asialaden erfahren,werd mich mal erkundigen ob die Kimchi haben.
    Habe mal auch das Internet durchforstet um Rezepte zu finden,gleichen aber nicht der Verarbeitung,die ich bei Jamie gesehen habe,vielleicht mal ein Koreanisches Lokal suchen,um das zu probieren
    Die Schüsslersalze wurden zwar in unserem Blog damals diskutiert,kam aber auch nichts befriedigendes heraus.
    Lieben Gruß

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    Gertrud

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    Guten Morgen Herr Berndt
    zur info. Im Internet bei i herb habe ich ein Produkt namens oligonol gefunden welches aus litschi früchten hergestellt ist. ich probiers mal aus.
    Ich wünsche ihnen einen schönen tag ins lieben gruss
    Gertrud Bleisch

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      Markus Berndt

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      Klingt spannend, halten Sie uns doch bitte auf dem Laufenden.

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    augustin kainz

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    wenn den so sei,dürfte ich keinen zucker haben,was wir im leben schon chinesisch essen waren 🙂
    ich lies mir die sachen vom lieblingschinesen in die firma liefern

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      Markus Berndt

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      Tja, wenn da nicht die vielen anderen grauslichen Sachen wären, die üblicherweise im “China-Food” so beinhaltet sind…:=)

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        augustin kainz

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        Da wir diese Wocxhe ein begräbnis hatten,kamen wir wieder mal mit alten freunden bekannten zusammen und im laufe der gespräche wurde ich wieder daran erinnert das ich mal mit freunden einen blog hatte im dem unter anderen auch übers essen geredet wurde rezepte ausgetauscht wurden,diverse sachen empfohlen wurden,ein bißchen hilfe angeboten und vermittelt wurde.
        jetzt ist mal meine erste frage:
        wie verhalten sich die sogenannten schüßlersalze zu diabetis,gibst da erfahrungen,ich weis das sie wissenschaftlich nicht anerkannt und eine Wirksamkeit der Schüßler-Salze ist nicht nachgewiesen,oder doch schon?
        2.frage:
        habe zufällig jamie oliver gesehen wo er in korea war und über kimchi geredet hat und verschieden bis zu 2 jahre fermentiertes gekostet und geredet hat.nach der zusammensetzumg des gemüses und gewürzen unter anderen auch chillipulver-pasta.ingwer usw.war ich natürlich gleich auf suche ob so was erhältlich sei, und wie es sich mit diabetis veträgt,kam aber da nur auf englische diabetikerseiten,die leider nicht übersetzbar waren,zumindestens nicht auf meinen lapi zu der zeit.ausserdem die verfügbaren angebote von kimchi waren nicht sehr gut bewertet,also denke ich mal hände weg,ich weis bewertungen sind imme so eine sache,aber meist waren sie richtig,wenn ich doch etwas bestellt hatte.
        wissen sie oder hat wer erfahrungen mit diesem gemüse wie es sich mit diabetis2 verhält?
        ich denke schon mal von den zudaten her,kann es nicht falsch sein,es einmal zu probieren,wenn man ein original irgenwo bekommt
        lieben gruß
        augustin kainz

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          Markus Berndt

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          Persönlich habe ich Kimchi noch nicht probiert, weiß aber, dass man damit ein durch Milchsäure-Gärung “produziertes Gemüse meint. Ich glaube ähnlich wie Sauerkraut, welches bei Diabetes äußerst empfehlenswert ist. So wie generell die rechtsdrehende Milchsäure.
          Chilli-Pulver und Ingwer sind natürlich ebenso gut bei Diabetes, so wie viele andere asiatisch, oder indische Gewürze.

          Mit Schüsslersalzen habe ich überhaupt keine Erfahrung und ganz offen gesagt kann ich mir auch nicht vorstellen, dass diese in Bezug auf Diabetes hilfreich sind.Ich lasse mich gerne überzeugen, wenn jemand damit positive Erfahrung gemacht hat und das seriös und nachvollziehbar untermauern kann. Aber wie gesagt, ich glaube nicht wirklich daran.

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