Diabetes und Stress

Stress und Diabetes

Ich persönlich bin ja schon lange davon überzeugt, dass neben meiner ungesunden Ernährung und dem Bewegungsmangel, in erster Linie mein berufsbedingter Stress einer der Hauptauslöser meiner Diabetes Erkrankung war.

Auch später konnte ich beobachten (bekanntlich messe ich sehr oft meinen BZ), dass ich unter Stress (dazu gehört auch Ärger, Zeitmangel, Hektik, etc.) höhere Blutzuckerwerte hatte, während ich im entspannten Zustand, bei angenehmen Gesprächen, Gartenarbeit & Lachen (ganz wichtig!) stets sehr gute, niedrige Werte hatte.

Durch meine eigenen Beobachtungen messe ich daher dem mentalen Zustand einen sehr hohen Stellenwert bei der Entwicklung des Blutzuckers bei. Eigentlich ist das alles ja auch kein Wunder. Stress versetzt uns in erhöhte Alarmbereitschaft: Unsere Durchblutung nimmt zu, das Herz rast förmlich, die Muskel spannen sich an. Dazu werden Stresshormone ausgeschüttet!  Wer nun öfter unter Stress steht, treibt seinen Blutzuckerspiegel ständig in die Höhe!

Alles beginnt im limbischen System, auch der Hypothalamus wird dort aktiviert. Unser Organismus wird zur Leistung aufgefordert, da Stesshormone wie Cortisol und Adrealin ausgeschüttet werden. Dadurch kommt Blutzucker aus der Leber und sowohl der Zuckerbedarf, wie auch der Zuckerverbrauch, steigen an.

Mittelfristig wird auch das Verhältnis von Noradrenalin und Adrenalin durch chronischen Stress gestört.

Eine Studie in Schweden analysierte 35 Jahre lang die Daten von über 6800 Männern, die zwischen 1915 und 1925 geboren waren. Die Ergebnisse dieser aktuellen Studie ergaben, dass während des Beobachtungszeitraums fast 900 der Probanden an Diabetes Typ2 erkrankten.

Bei Männern, die dauerhaft unter Stress standen, war die Diabetes-Rate um 45 % erhöht!!!

Allerdings sind vielleicht die meisten Insulin-produzierenden Betazellen bei Vorliegen eines Typ2 Diabetes gar nicht unwiederbringlich zerstört. Forschungen von Dr. Chutima Talchai vom Columbia University Medical Center (CUMC) in New York zeigen in diese Richtung und verweisen darauf, dass vielleicht die meisten Insulin-produzierenden Betazellen bei Vorliegen eines Typ-2-Diabetes lediglich reversibel zurückgebildet sind!

Wie auch immer, Stress ist ungesund und sollte weitgehend vermieden werden. Wer also selbst öfter das Gefühl hat, unter Anspannung zu stehen, sollte vielleicht eine Entspannungstechnik erlernen und diese dann konsequent und regelmäßig zu Hause trainieren

Durch die Messung von Hormonen und anderen Botenstoffen bietet sich als Stress-Therapiemöglichkeit die Behandlung mit sogenannten Aminosäure-Vorstufen an.

Please follow and like us:
YouTube
Whatsapp
Google+
http://www.diabetesade.com/allgemeine-themen/diabetes-und-stress.html
RSS

Markus Berndt

Autor, dipl. Personaltrainer & Ernährungscoach, Unternehmensberater für betriebliche Gesundheitsförderung

Kommentare (1)

  • Avatar

    Heike Bienia

    |

    Ich kann nur bestätigen, dass Stress eine stark erhöhende Wirkung auf den blutzucker hat und im gegenzug dazu entspannung eine stark senkende wirkung hat. ich selber bin Yogalehrerin und habe seit mai 2016 die diagnose Diabetes ii bekommen mit ziemlich hohem langzeitblutzuckerwert von 12,6 zu diesem zeitpunkt. diesen beruf übe ich noch nicht so lange hauptberuflich aus, wie ich wahrscheinlich schon diabetes habe. entstanden ist die bei mir im vorherigen beruf und mit der vorherigen lebensweise. aus heutiger sicht war diese hochgradig stressig, auch wenn ich das nicht so empfunden habe. den körper kann man nicht betrügen. die diagnose war erst mal ein schock. in meiner familie ist sie öfter gestellt worden. aber ich dachte ich lebe sooo gesund.
    bei täglicher yogapraxis! aber yoga ist nicht gleich yoga. ich habe eine ganze weile experimentieren müssen, um die richtige form zu finden. jetzt habe ich eine ganze auswahl von elementen aus dem yoga zur kombination zusammen gestellt um meinen blutzucker zu senken.
    Doch ich mache auch immer wieder die erfahrung, daß gehen in der natur , beim wandern oder kräuter sammeln oder beim geniessen der düfte des waldes und der wiesen meinen zuckerwert erheblich senkt. zum glück habe ich das alles vor der haustür. ebenso trägt gartenarbeit dazu bei. die gleiche zeit shoppen allerdings nicht, obwohl man sich da auch bewegt 🙂
    meine theorie: es hilft alles, was die frau an ihre ursprungsdaseinsverhältnisse bringt vor vielen tausen jahren: Moderat gehen, bewegung in der natur, früchte sammeln und verarbeiten, ernährung mit frischen, ursprünglichen unverarbeiteten nahrungsmitteln, trinken von wasser oder kräuteraufbrühungen. und ich glaube auch, das männer sich anders bewegen müssen als frauen. männer waren die mammutjäger und da hilft krafttraining und auch schnelleres längeres laufen. bei mir hilft das nämlich gar nicht. es lässt den zuckerwert heftig steigen. ich brauche eher sanfte bewegung, auch hervorragend mit musik, zum beispiel tanzen.
    und lachen ist für alle gut. ich konnte mich nie mit lachyoga anfreunden. ich hielt es für quatsch. liebe diabetiker, solltet ihr die möglichkeit haben, so einen kurs mal zu besuchen, dann macht das. und messt unbedingt vorher und nachher den blutzucker! Ihr werdet staunen!
    was ich auch noch als ganz wichtigen aspekt anmerken möchte ist, dass auch berührung und streicheln sehr gut wirkt. wer allein ist, der gönne sich massagen. wer nicht allein ist, der nehme sich oft zeit dafür mit dem partner/der Partnerin.
    Ernährung ist das eine und das wichtigste. ohne die entsprechende umstellung schafft man es nicht. aber es gibt noch andere aspekte, die die ernährung ergänzen müssen. Davon bin ich auch überzeugt.
    Danke Markus Berndt für die vielen mut machenden hinweise auf dieser seite. ich werde es auch schaffen ohne medikamente! bin auf dem besten wege und hab jetzt den mut gefunden, den mir mein erster arzt nicht gemacht hat.
    für menschen mit glutenunverträglichkeit gibt es auch nur die eine chance, die ernährung umzustellen. da gibt es auch keine medikamente. Und vielleicht ist das eher ein segen.

    Reply

Kommentieren