Vitamin D und seine Rolle bei Diabetes

Vitamin DWas kann das immer wieder heftig und kontrovers diskutierte Sonnenschein-Vitamin D zu unserem Gesundheitszustand beitragen und ist es gar hilfreich bei Diabetes Typ-2? Warum empfehlen Ernährungsgesellschaften nur geringe Dosierungen von Vitamin D und wie kann es sein, dass die Bewerbung der überaus wichtigen und nützlichen Wirkung auf den menschlichen Organismus verboten sein soll?  

Laut dem deutschen Diabetologen Dr. med. Raimund von Helden hat die EU sogar einen „Maulkorb“ für Vitamin-D-Informationen verhängt. Wie auf der Webseite http://www.vitamindelta.de nachzulesen ist, „sollen sämtliche Aussagen über den Nutzen von natürlichen Stoffen (Vitamine, Spurenelemente, Pflanzen) nach EU-Recht zunächst generell verboten werden“.

Die Bewerbung der Vorteile von Vitamin D und dessen enorme Bedeutung für unsere Gesundheit ist also bei Strafe verboten. Denn erlaubt in diesem Zusammenhang sind nur noch Aussagen, welche durch die sogenannte „Health-Claims-Verordnung“ ausdrücklich zugelassen sind. Wer sich damit schon einmal auseinandergesetzt hat weiß, dass diese im Großen und Ganzen nur den Industriekonzernen dienlich ist. Und es kleineren Herstellern von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) erheblich erschwert, ihre Produkte entsprechend zu deklarieren und dessen gesundheitliche Vorteile zu bewerben. Die Health-Claims-Verordnung gibt es unter anderem hier nachzulesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Verordnung_(EG)_Nr._1924/2006_(Health_Claims)

Doch warum die ganze Aufregung? Ist Vitamin D gar so gesund, dass man an anderer Stelle starke Umsatzeinbußen befürchtet, sollten sich die Menschen ausreichend damit versorgen?

Who the hell is Vitamin D?

Vitamin D entfaltet auf fast allen Bereichen unseres Körpers seine Wirkung, sogar auf die menschliche DNA. Mehr Hormon als Vitamin „arbeitet“ Vitamin D auf zellulärer Ebene, wirkt auf Haut, Nerven und Gehirn, beeinflusst den Mineralstoffhaushalt und auch unser Herz-/Kreislaufsystem. Zudem verstärkt Vitamin D die Fähigkeit unseres Immunsystems, gegen Bakterien und Viren zu reagieren.

Bevor es der Körper nutzen kann, muss Vitamin D, egal ob wir es aufgrund der Sonneneinstrahlung über die Haut aufnehmen oder in Form von Ergänzungsmitteln supplementieren, zuerst mehrfach umgewandelt werden. Die natürlichste Form von Vitamin D ist das D3, welches vom Körper erst dann genutzt werden kann, nachdem es von Nieren und Leber in die aktivierte Form modifiziert worden ist.

Vitamin D gilt zu Recht als einer der wichtigsten Gesundheits-Bausteine, ein Mangel kann daher gravierende Auswirkungen haben. Bemerkbar macht sich dieser zum Beispiel durch ein schwaches Immunsystem, Müdigkeit, Kreislaufprobleme, Gelenksprobleme oder einer Depression. Eine ausreichende Versorgung durch Vitamin D kann hingegen Krebs, Diabetes und multiple Sklerose verhindern. Doch was ist denn nun eine „ausreichende Versorgung“ und wie kann sie erfolgen? Vor allem dann, wenn man nicht das ganze Jahr in der Sonne liegen kann?

 💡 Der Vitamin D Bedarf kann ausschließlich entweder über die Sonne oder durch Nahrungszufuhr erfolgen.

Einmal mehr haben die Ernährungsgesellschaften einen „schlauen Vorschlag“ für uns parat. So die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) im Vitamin D-Fall nämlich folgenden: Man empfiehlt dort zur Winterszeit eine tägliche Supplementierung von von 800 IE (entspricht 20 µg), um einen Mangel zu vermeiden. Die meisten Vitaminforscher gehen allerdings von einem weitaus höheren Bedarf aus. Eine optimale Vitamin D-Versorgung soll so zumeist erst bei etwa 3000 bis 5000 IE (entspricht 100 µg) täglich erreicht werden.

Die von den Ernährungsgesellschaften empfohlene Bedarfsmenge ist also weitaus geringer als die der meisten Vitaminforscher. Warum? Doch nicht etwa deshalb, damit Vitamin D weitgehend „wirkungsfrei“ bleibt und die gesundheitlichen Vorteile wissenschaftlich nicht nachweisbar sind? Es wird doch nicht die Pharmaindustrie ihre Finger im Spiel haben? Ein Schelm wer so denkt, nicht wahr?

Wen das Thema näher interessiert, oben zitierter Dr. von Helden bietet auch einen „Online-Rechner zur korrekten Vitamin-D-Dosierung“ an: https://www.vitamindservice.de/online-rechner-zur-vitamin-d-dosierung. Auf der Webseite gibt es jede Menge weiterführender Informationen rund um das Thema Vitamin D.

Was kann nun Vitamin D in Bezug auf die Zuckerkrankheit bewirken und ist es sinnvoll für Diabetiker, es zu supplementieren?

Nun, zum einen gilt ein Vitamin D-Mangel zu Recht als Risikofaktor für die Entstehung von Diabetes, zum anderen spielt Vitamin D eine zentrale Rolle für den Knochenstoffwechsel. Studien geben zudem Hinweise darauf, dass eine Therapie mit Vitamin D die Insulinsensitivität verbessert und generell den Blutzucker stabilisieren kann.

Sobald/solange ausreichend Vitamin D im Körper vorhanden ist, werden im Fall eines etwaigen Insulinmangels die insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse dazu angeregt, die Insulinproduktion wieder anzukurbeln. Außerdem sorgt Vitamin D für eine verstärkte Umwandlung von Pro-Insulin zu Insulin und beeinflusst die Insulinresistenz positiv.

Diabetes Ade-Termine im Herbst/Winter 2017:

22.11.2017: Impulsvortrag mit Verkostung in der Wiener Stilarena – Eintritt frei! – http://www.stilarena.at/inside_zuckerfrei/

27.11.2017 – 1.12.2017: Exklusive-Lifestyle Reise nach St. Agatha: http://www.diabetesade.com/urlaube-diabetes-ade/lifestyle-gesundheitstage-in-st-agatha

 09.02.2018: Vortrag im Verlagshaus der Vorarlberger Nachrichten – Vorankündigung, Details folgen
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Markus Berndt

Autor, dipl. Personaltrainer & Ernährungscoach, Unternehmensberater für betriebliche Gesundheitsförderung

Kommentare (1)

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    Andreas Reese

    |

    Bei einer hochdosierten Vitamin D Zufuhr sollte man Vitamin K nicht vergessen, da ansonsten zuviel Calcium in den Arterien landet und die Gefahr einer Arteriosklerose verschärft wird.

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