Der Kaffee Experte

Kaffeelikör PiratKaffee als Genussmittel interessiert mich vor allem seit jener Zeit, als ich zum Rauchen aufhörte und sich mein Gaumen immer mehr auf die Qualität der Kaffeebohne sensibilisierte. Je tiefer ich in die Materie eintauchte desto mehr musste ich jedoch feststellen, dass in der (vermeintlichen) Stadt der Kaffeehochkultur, nämlich Wien, kaum guter Kaffee zu genießen ist. Also machte ich mich auf, der Sache auf den Grund zu gehen und beschloss eine Ausbildung zum diplomierten Kaffee-Experten zu absolvieren, welche ich am 26.05.2018 mit Auszeichnung abschloss. Fairerweise muss ich eingestehen, dass ich einen leichten Startvorteil hatte, denn zumindest die gesundheitlichen Vorteile von Kaffee waren mir schon zuvor bekannt…

Das „Institut für Kaffee-Experten-Ausbildung“ befindet sich in Wien, Kursort ist die Volkshochschule Hietzing. Mein primärer Grund zur Ausbildung war wie erwähnt meine Enttäuschung aufgrund der zumeist mangelhaften Qualität und schlechten Geschmacks des in der Gastronomie servierten Kaffees. Ich wollte der Sache auf den Grund gehen und herausfinden, ob es wirklich so schwer ist, guten Kaffee zu produzieren. Und siehe da, tatsächlich kann man bei der Kaffeezubereitung unheimlich viele Fehler begehen und dieselbe setzt nun mal ein spezifisches Know-How voraus.

Doch es ist nicht nur die Zubereitung, aufgrund welcher die ungelernte Servierkraft viel falsch machen kann, sondern das Unheil nimmt schon viel früher seinen Lauf. Nämlich bei der Auswahl der geeigneten Bohne. Ohne nun zu tief in die Materie einzutauchen möchte ich doch an dieser Stelle auf die „Drei-Drittel-Regel“ hinweisen: Die Kaffeequalität wird zu einem Drittel von der Wahl der Bohnen, zu einem weiteren Drittel durch die Röstung und zu einem Drittel durch die Zubereitung des Kaffeegetränks entschieden.

Die Diplomprüfung selbst unterteilt sich in eine schriftliche und mündliche Prüfung, sowie einen Praxisteil in Form (m)einer eigenen Kaffeekreation, die ich meinen Leserinnen und Lesern nicht vorenthalten möchte. Ich entschied mich für eine Kaffeespezialität, die ich „Kaffeelikör-Pirat“ nannte. Ich verwendete dazu 2 kleine Espressi, eine ordentliche Portion Schlagobers und 1-2 EL eines Sirups, den ich zuvor aus einer Mischung von 250 ml Kokosblütensirup, 2 kleinen Espressi und 3-4 cl Jamaica Rum angesetzt hatte. Das Ergebnis konnte sich ansehen lassen…und vor allem auch genießen:=)

Kaffepirat

Es wäre jedoch nicht MEIN Blog, wenn ich nicht kurz noch auf die gesundheitlichen Vorzüge des Kaffees eingehen würde. Viel wurde darüber diskutiert, ob der Kaffee nun für Diabetiker geeignet ist, oder auch nicht. Aus meiner Sicht ist er das selbstverständlich, die gesundheitlichen Vorteile überwiegen bei Weitem. Zumindest sofern man Kaffee aus hochwertigen Arabica Bohnen genießt, welcher richtig (nicht zu dunkel, aber auch nicht zu hell) geröstet und vor allem auch richtig zubereitet wurde.

3 verschiedene Bräunungstöne nach dem Rösten

Röster bei “el cafe” in Wien

Halbautomat im Kaffee Institut

 

 

 

 

 

 

Präventiv gesehen haben laut einer Gesundheitsstudie*, die an der Harvard School of Public Health in Boston an 120.000 Personen durchgeführt wurde, Kaffeetrinker ein um 11 Prozent reduziertes Risiko später an Diabetes Typ 2 zu erkranken, als Nicht-Kaffeetrinker.
*https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24771089

In einer weiteren Studie* mit männlichen Hochrisikopatienten wurde nachgewiesen, dass vermehrter Kaffeekonsum den Blutzucker von der Stufe erhöhter Nüchternblutzucker, respektive gestörter Glukosetoleranz, zu normaler Glukosetoleranz reduzieren kann.
*https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19388963

In der sogenannten Hoorn-Studie* wurde in Bezug auf Diabetes zum ersten Mal die schützende Wirkung von Kaffee belegt, ebenso konnte man einen niedrigeren Blutzuckerwert nach 2 Stunden im oralen Glukosetoleranztest nachweisen.
*https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15662556

Britische Forscher haben insgesamt 200 Studien weltweit ausgewertet und kamen so zu dem Ergebnis*, dass ein Kaffeekonsum von 3-4 Tassen täglich das Sterberisiko, und auch das Risiko an einem Herzleiden zu erkranken, im Vergleich zu „Nichtkaffeetrinkern“ reduziert.
*https://www.bmj.com/user/login?destination=node/955664

Wie auch immer, in erster Linie ist und bleibt Kaffee eine Gaumenfreude, welche bei richtigen Rahmenbedingungen (siehe weiter oben) eine regelrechte Genussexplosion darstellt. Auf mich persönlich hat Kaffee zudem auch eine stressreduzierende Wirkung und auch die gesellschaftspolitische Komponente sollte dabei nicht vergessen werden. Immerhin zählt der gemeinsame Kaffeegenuss im Kaffeehaus schon seit 1683 zum österreichischen Kulturgut, zu dieser Zeit hat nämlich ein Herr namens Georg Franz Kolschitzky das erste Wiener Kaffeehaus begründet.

Den Damen und Herren des Kaffeeinstitutes wünsche ich noch viele Besucherinnen und Besucher dieses tollen Kurses, den ich jedem an Kaffee interessiertem Menschen wirklich empfehlen kann – vielen Dank für die tolle Zeit mit Euch!

beim “manuellen” Kaffebohnenrösten

 

Diabetes Ade-Termine 2018:

12.07. – 15.07.2018 (3 Nächte) Kosten – € 329,- /pro Person und 18.11. – 23.11.2018 (5 Nächte) Kosten – € 549,- /pro Person, Ort: Hotel Weber, Kurhausstraße 16, 2853 Bad Schönau, www.hotelweber.at, Preis inkl. Übernachtung auf Basis Vollpension und sämtlicher Workshops

26.08. – 30.08.2018 (5 Tage/4 Nächte), Waldluftbaden mit Diabetes Ade auf der Schönheitsfarm Sternsteinhof, 4190 Bad Leonfelden, Oberlaimbach 20,  www.sternsteinhof.at. Kosten: € 599, — / pro Person, inkl. Übernachtung auf Basis Vollpension und sämtlicher Workshops

03.10. – 07.10.2018 – Diabetes Ade – Medical Wellness & Präventionstage im Hévízer Hotel Európa fit in Ungarn, Details und Buchungsmöglichkeiten unter: https://www.europafit.hu/de/angebote/medical-wellness-pakete?d=diabetes-ade-package-mit-markus-berndt

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Markus Berndt

Autor, dipl. Personaltrainer & Ernährungscoach, Unternehmensberater für betriebliche Gesundheitsförderung

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