Kraftsport gegen Insulinresistenz

KraftsportAusdauersport ist eine feine Sache und gesund für den ganzen Organismus. Der Frage, warum jedoch Kraftsport wesentlich effektiver sein kann und sogar in der Lage, ist eine Insulinresistenz umzukehren, widmet sich dieser Artikel…

Fitness Center erleben seit einigen Jahren einen regelrechten Boom, längst vorbei sind die Zeiten, als sich an solchen Orten nur eitle Fitness-Freaks trafen, um  mithilfe von solch Unsinn wie anabolen Steroiden ihre Muskeln aufzupolieren. Während man bis vor kurzem noch der Meinung war, dass ausschließlich Ausdauersport einen Nutzen für die Gesundheit mit sich bringt, weiß man heute, dass man die Effektivität von Kraftsport stark unterschätzt hat. Dieser kann mitunter bedeutend mehr zu unserer Gesundheit beitragen, als man ihm weitläufig zutraut, und zusätzlich zu einer schlanken, sportlichen Figur verhelfen.

Wer regelmäßig seine Muskeln trainiert, baut Muskelmasse auf, bekämpft erfolgreich seine Fettpölsterchen und gerät vor allem nicht in Gefahr, dem gefürchteten Jojo Effekt zum Opfer zu fallen. Ganz im Gegensatz zur reinen Diät, von der ich persönlich gar nichts halte.

Auch Mediziner empfehlen ihren Patienten immer öfter Kraftsport, und meinen zum Beispiel im Fall von Bluthochdruck, dass man mit 6 bis 12 Wochen gezieltem Krafttraining teilweise eine ähnlich blutdrucksenkende Wirkung erzielen kann, wie mit einer einfachen medikamentösen Therapie.

Kraftsport beschleunigt den Stoffwechsel, stärkt sowohl Immunsystem wie auch Knochen und optimiert das Hormonprofil. Das bedeutet, dass Kraftsport die Ausschüttung von Wachstums- und Stresshormonen positiv beeinflusst und zusätzlich die Insulinsensitivität erhöht. Dazu wird auch noch das Herz gestärkt, Stress abgebaut und die geistige Fitness erhöht.

Kraftsport versus Insulinresistenz

Das Wort „Zuckerkrankheit“ leitet sich nicht zuletzt auch von der Tatsache ab, dass das Blut eines Diabetikers vom Tpy-2 regelmäßig „überzuckert“ ist. Je mehr Kohlenhydrate wir aufnehmen, desto häufiger werden diese zu Glukose (=Einfachzucker/Traubenzucker) umgewandelt. Der Blutzuckerspiegel steigt an und der Zuckergehalt in unserem Blut nimmt zu. Da jedoch unsere Leber nur bis zu 70g, und unsere Muskeln höchstens 220g Zucker speichern können, sind die „Zuckerspeicher“ rasch voll und unser Blut „überzuckert“.

Wie wir wissen benötigen wir das Hormon Insulin dazu, um den Zucker (Glukose) in die Zellen zu transportieren, wo er als Energie zur Verfügung stehen muss. Wenn sich allerdings bereits ausreichend Glukose in den Zellen befindet, werden die Insulinrezeptoren immer unempfindlicher (resistent) gegenüber dem eigenen Insulin, und wir stehen am Beginn einer Insulinresistenz.             

Gerade Kraftsport eignet sich jedoch hervorragend dazu, eine übermäßige Überzuckerung des Blutes wirksam zu verhindern und eine etwaige Insulinresistenz rückgängig zu machen. Das bewirkt man dadurch, indem man regelmäßig die Glykogen-Speicher entleert. Am besten dürfte sich dazu ein effizientes Krafttraining eignen, bei dem man nicht zu viele Wiederholungen der einzelnen Trainingssätze durchführt. Persönlich kann ich nur dazu raten, dass sich Anfänger im Fitness-Studio einem ausgebildeten Personaltrainer anvertrauen, so wie auch ich es „anno dazumal“ getan habe.

 💡 Glykogen ist der Speicher für die Glukose und ist für die Aufrechterhaltung des Blutzuckerspiegels verantwortlich. Man bezeichnet es auch als Speicherform der Kohlenhydrate.

 ➡ Sport verlängert nachweislich das Leben eines Diabetikers, wie Forscher des Lawrence Berkeley National Laboratory in einer Studie herausfanden*.

*Quelle: http://www.ergo-log.com/diabetics-live-longer-with-physical-exercise.html 

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Markus Berndt

Autor, dipl. Personaltrainer & Ernährungscoach, Unternehmensberater für betriebliche Gesundheitsförderung

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