Zuckerkonsum – früher tot, weniger Nachkommen, kein Durchsetzungsvermögen?

little mouse hidingher muzzleDieser teilweise schockierende Artikel ist nicht von mir erfunden, vielmehr basiert er auf seriösen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die ich den Lesern meines Blogs nicht vorenthalten möchte:

WIE WIRKT SICH EIN REALITÄTSNAHER ZUCKERKONSUM AUS?

Dass Zucker ursächlich an verschiedenen Erkrankungen beteiligt ist, ist hinlänglich bekannt. Doch wie viel Zucker ist eigentlich zu viel? Dieser Frage widmete sich ein Forscher-Team von der University of Utah in Salt Lake City, USA. Dazu fütterten sie die Hälfte ihrer knapp 100 Wildtyp Mäuse, die über einen natürlichen Stoffwechsel und ursprüngliche Verhaltensweisen verfügen, mit normalem, die andere Hälfte mit zuckerhaltigem Futter. 25 % der Kalorien des zuckerhaltigen Futters stammten dabei aus Glucose-Fructose-Gemisch, wie es auch in zahlreichen Softdrinks vorkommt. Auf den Menschen übertragen, spiegelt dieses Futter eine normal gesunde Ernährung plus zusätzlich drei Gläsern Limonade täglich wider, erklären die Forscher. Rund ein Viertel der US-Amerikaner konsumiere diese Dosis Zucker täglich.

Während ihrer Studie beobachteten die Wissenschaftler das Verhalten der Tiere, ihre Fortpflanzungsfähigkeit und ihre Lebensdauer. Bei den Weibchen wirkte sich der Zuckerkonsum auf die Lebensdauer aus. Nach 32 Wochen war 35 % der Zuckeresser verstorben, bei den normal ernährten Mäusen waren es nur 17 % – gerade einmal die Hälfte. Bei den Männchen beeinflusste der Zucker die Todesrate zwar nicht, wohl aber ihr Fortpflanzungsvermögen: Die mit Zucker gefütterten Männchen hatten rund ein Viertel weniger Nachkommen gezeugt als die Männchen der Kontrollgruppe, wie die Forscher berichten. Und auch ihr Verhalten zeigte Unterschiede: Die Männchen der Zuckergruppe schafften es signifikant seltener, begehrte Plätze im Käfig für sich zu erobern.

Ihre Versuchsergebnisse, die die Wissenschaftler im August im renommierten Fachmagazin „Nature Communications“ veröffentlichten, interpretieren sie folgendermaßen: “Zucker ist selbst in Dosen schädlich, die wir täglich zu uns nehmen und die bisher als harmlos galten“, erklärt der Studienkoordinator Dr. James Ruff. Und vielleicht noch erschreckender: Die zuckerkonsumierenden Versuchstiere unterschieden sich rein äußerlich nicht von den zuckerfrei ernährten Kontrolltieren: Sie waren weder dicker, noch hatten sie erhöhte Blutzuckerwerte oder anormale Insulinwerte. Lediglich die Cholesterinwerte seien leicht erhöht gewesen, so die Forscher.

IST ZUCKER EIN GIFT?

Für Prof. Robert Lustig von der University of California in San Francisco, USA, ist Zucker ein im wahrsten Sinne des Wortes schwerwiegendes gesellschaftliches Problem. Er mahnt bereits seit Jahren, dass Zucker nicht irgendein Problem bei der Bekämpfung von Übergewicht und dessen Folgen sei, sondern DAS Problem schlechthin. „Die meisten Leute, inklusive vieler Wissenschaftler, sind der Meinung, dass Zucker deshalb gefährlich sei, weil es nur leere Kalorien sind. Wir gehen noch weiter: Zucker ist nach unserer Auffassung ein Gift, wie Alkohol, denn er wirkt im Stoffwechsel ähnlich wie Alkohol.“

Dass Zucker in unserer Gesellschaft bereits zu einem riesen Problem geworden ist, zeigen die bisher erfolglosen Versuche des Bügermeisters von New York City, dem süßen weißen Pulver Herr zu werden: 60 % der Einwohner New York Citys gelten als übergewichtig. Bürgermeister Bloomberg sah sich gezwungen zu reagieren, und versuchte Anfang des Jahres alle XXL-Becher für Softdrinks und Kaffee gesetzlich verbieten zu lassen. Diese Getränke sollten nicht mehr in Bechern mit einem Volumen über 16 Unzen, also 473 Millilitern, verkauft werden. Klagen der Getränkeindustrie konnte der gut gemeinte Gesetzesentwurf jedoch nicht standhalten. Ob die Größe der Getränkebehälter tatsächlich maßgeblich am Ernährungsstil der Menschen beteiligt ist, bleibt außerdem fraglich.

Are Waerland schrieb darüber in seinem vielbeachteten Buch: „In Amerika war die Zuckerkrankheit vor der Erfindung und Einführung des raffinierten Zuckers so gut wie unbekannt. Seither gehört sie zu den allgemein verbreiteten, gesundheitsvernichtenden und tödlichen Volkskrankheiten unserer Zivilisation!”
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Markus Berndt

Autor, dipl. Personaltrainer & Ernährungscoach, Unternehmensberater für betriebliche Gesundheitsförderung

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