Kräuter, Gewürze und Mineralien

Indian colored spices at local market.

Auf meinem Weg aus der Diabetesfalle habe ich bekanntlich so einiges an Kräutern & Gewürzen ausprobiert. Bei den Mineralien fand ich vor allem in Chrom und Magnesium eine sinnvolle Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung.

Die von mir am häufigsten verwendeten Nahrungsergänzungen, meist in Form von Kräutern, Gewürzen & Mineralien sind:

Gerstengraspulver, Bockshornklee, Kurkuma, Beta-Glucan (vorhanden z.B. in Bierhefe), Ceylon Zimt, und die Mineralien Chrom und Magnesium.

 Auf vielfachen Wunsch habe ich gemeinsam mit der Biologin und Ernährungsspezialistin Mag. Julia Tulipan eine spezifische Therapeuten Info erstellt. Diese bietet sowohl interessierten Ärzten, Therapeuten & Diätologen, wie vor allem auch ernährungsbewussten Menschen, tiefergehende Informationen betreffend Vital- und Nährstoffen, sowie Wirkweisen der oben genannten Kräuter, Gewürze & Mineralien.

Bezugsquelle am Ende des Artikels

 

Gerstengras

Als Gerstengras wird das frische junge Grün der Gerstenpflanze bezeichnet. Für die Gewinnung von Gerstengraspulver, werden nur die grünen, grasartigen Blätter geerntet, schonend getrocknet und zu Pulver verarbeitet. Geerntet wird das Gerstengras mit einer Höhe von ca. 10 – 15 cm. Zu diesem Zeitpunkt weist das Gerstengras den höchsten Gehalt an Vital- und Nährstoffen auf.

Funktion

Nährstoffversorgung

  • Kalzium
  • B-Vitamine: Gerstengras enthält 30 mal mehr von allen B-Vitaminen als Milch. Darunter enthalten auch das seltene Vitamin B12 und die Vitamine B1 (Thiamin), B2 (Riboflavin), B3 (Niacin) und B6 (Pyridoxin).
  • Vitamin C: Der Vitamin-C-Gehalt ist siebenmal höher als bei der entsprechenden Gewichtsmenge Orangen.
  • Eisen: Gerstengras enthält fünf Mal mehr Eisen als Spinat.
  • Kalium: Enthält doppelt so viel Kalium als Weizengras.
  • Gerstengras ist außerdem reichhaltig an Vitamin A (Beta-Karotin und Retinol), Vitamin E, Vitamin K, Folsäure und Pantothensäure.
  • Mineralstoffe: Magnesium, Natrium, Phosphor, Zink, Schwefel, Chlor und Kupfer.
  • Spurenelemente: Enthalten sind auch die seltenen Spurenelemente Selen (wichtig für den Zellschutz) und Mangan (wichtig für den Knorpelaufbau) sowie Chrom, Molybdän und Silizium.
  • Aminosäuren: Gerstengras enthält außerdem noch etwa 40 % von unserem Organismus leicht verwertbare hochwertige Aminosäuren, die als Grundbaustoffe von Zellen und Gewebe dienen: Alanin, Alpha-Aminobuttersäure, Arginin, Asparaginsäure, Cystin, Glutamin, Glycin, Histidin, Hydroxyprolin, Leucin, Isoleucin, Lysin,  Methionin, Phenylalanin, Tryptophan, Prolin, Rutin, Serin, Threonin und Valin.
  • Weitere Bestandteile sind Bioflavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe), ungesättigte Fettsäuren, Lipide und Ionen, sowie die “Wohlfühlhormone” Serotonin und Tryptophan.

Senkt LDL-Cholesterin und verbessert antioxidative Kapazität

In einer Studie mit 36 Typ-2 Diabetikern fanden die Forscher, dass eine Supplementierung mit Gerstengraspulver LDL-Cholesterin, gesamt Cholesterin und die Menge an freien Sauerstoffradikalen signifikant senkt (1)(2).

Referenzen

  1. Yu, Y-M., et al. “Effects of young barley leaf extract and antioxidative vitamins on LDL oxidation and free radical scavenging activities in type 2 diabetes.” (2008).
  2. Liu, Wan-Chen, and C. E. Tsai. “Young Barle Leaf Prevents LDL Oxidation in Humans.” Food Science and Agricultural Chemistry 4.3 (2002): 110-116.

Magnesium

Mineralstoff für Stoffwechsel, Knochen und Muskulatur

Wir verwenden hochwertiges natürliches, marines Magnesium welches direkt aus den sauberen und kalten Gewässern Islands gewonnen wird.

Durch ein spezielles Filterverfahren werden aus 500 Tonnen Meerwasser eine Tonne marines Magnesium (Magnesiumhydroxid) gewonnen.

Magnesium erfüllt Funktionen im Energiestoffwechsel, dem Knochenaufbau, der Zellfunktion und der Muskelfunktion. Es aktiviert dabei mehr als 300 Enzymsysteme und hat für den Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechsel wichtige Bedeutung.

Magnesium ist ein Mineralstoff, der an vielen Abläufen im Körper beteiligt ist. Besonders wichtig ist Magnesium für die Muskelfunktion, die Nerven und das Nervensystem, den Aufbau gesunder Knochen und Zähne sowie für die Elektrolytbalance im Körper. Auch das Herz, als zentraler Muskel, ist auf ein ausreichendes Angebot an Magnesium angewiesen

Funktionen der Vitalstoffe

  • Für den Erhalt von Knochen und Zähnen
  • Zur Unterstützung der Muskulatur
  • Für ein gesundes Nervensystem
  • Bei der Regulation des Elektrolyt-Haushalts wesentlich
  • Zum Ausgleich vermehrter Magnesiumverluste (Elektrolytgleichgewicht)
  • Zur Unterstützung des Energiestoffwechsels
  • Zur Deckung eines erhöhten Bedarfs (Alter, Wachstum, Schwangerschaft)
  • Magnesium leistet einen Beitrag zu einer normalen Muskelfunktion
  • Magnesium trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei
  • Magnesium trägt zu einer normalen psychischen Funktion bei
  • Magnesium trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei
  • Magnesium trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei
  • Magnesium hat eine Funktion bei der Zellteilung
  • Magnesium trägt zu einer normalen Eiweißsynthese bei
  • Magnesium trägt zum Elektrolytgleichgewicht bei

Mögliche Anwendungen

Physiologische Funktion von Magnesium

Der Gesamtkörperbestand eines gesunden Erwachsenen beträgt 20 – 30 g Magnesium. Magnesium ist, wie auch Kalium, ein typisch intrazelluläres Ion, das sich zu 60 % in den Knochenzellen und zu 35 % in den Zellen der Skelett- und der Herzmuskulatur findet. Neben Struktur bildenden Eigenschaften ist Magnesium Co-Faktor von 300 verschiedenen Enzymen und dadurch an den verschiedensten Funktionen im Organismus beteiligt. Unter anderem reguliert Magnesium die Membranpermeabilität und den Ionen-Transport von Natrium und Kalium zwischen dem intra- und extrazellulären Raum und spielt dadurch für die Erregungsleitung und die Muskelkontraktion eine zentrale Rolle.

Bockshornklee

Trigonella foenum-graecum

Das Herbal Medicinal Product Committee (HMPC)* hat Bockshornsamen als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft  (§ 39a Arzneimittelgesetz).

Funktion

Bockshornkleesamen haben Blutzuckersenkende Eigenschaften (1). Bockhornklee zeigt außerdem eine regulierende Wirkung auf die Cholesterinsynthese in der Leber (2). In einer Studie erhielten übergewichtigen Personen, eine sehr kohlenhydrathaltigen Mahlzeit, einmal mit und einmal ohne dem Zusatz von Bockhornkleesamen. Gemessen wurde der Blutzuckeranstieg nach der Mahlzeit. Die Supplementierung mit Bockhornklee zeigte eine signifikante Verringerung des postbrandialen Blutzuckers (3).

Mögliche Anwendungsbereiche

  • Diabetes melitus
  • Metabolisches Syndrom
  • Hypercholesterinämie

Referenzen

  1. Baquer, Najma Zaheer, et al. “Metabolic and molecular action of Trigonella foenum-graecum (fenugreek) and trace metals in experimental diabetic tissues.” Journal of biosciences 36.2 (2011): 383-396.
  2. Roberts, Keisha T. “The potential of fenugreek (Trigonella foenum-graecum) as a functional food and nutraceutical and its effects on glycemia and lipidemia.”Journal of medicinal food 14.12 (2011): 1485-1489.
  1. Robert, Sathyasurya Daniel, Aziz Al-Safi Ismail, and Wan Ishak Wan Rosli. “Trigonella Foenum-Graecum Seeds Lowers Postprandial Blood Glucose in Overweight and Obese Individuals.” Journal of nutrition and metabolism 2014 (2014).

Ceylon-Zimt

Cinnamomum verum

Der echte Zimt, auch als Ceylon-Zimt bekannt, ist ein Gewürz aus der getrockneten Rinde des Zimtbaumes. Der echte Zimt kommt ursprünglich aus Sri Lanka. Neben dem Ceylon-Zimt gibt es noch den Cassia-Zimt. Cassia-Zimt (auch chinesischer Zimt) ist wesentlich billiger als Ceylon-Zimt und wird üblicherweise in der Lebensmittelindustrie verwendet. Besonders im Cassia-Zimt ist das in hohen Dosen als gesundheitsschädlich geltende Cumarin enthalten. In Fertigprodukten wird fast ausschließlich dieser aus China, Indonesien oder Vietnam stammende Cassia-Zimt verarbeitet. Der Cumarin-Anteil beider Zimtsorten unterscheidet sich erheblich: Während er bei dem Cassia-Zimt bei ca. 2 g Cumarin pro kg liegt, finden sich in der gleichen Menge Ceylon-Zimt nur ca. 0,02 g Cumarin.

Funktion

In einer randomisierten, placebo-kontrollierten Studie zeigte Zimt einen blutzuckersenkenden Effekt, außerdem verbesserten sich Tryglyceride, LDL-Cholesterin und gesamt Cholesterin (1)(2).

Zimtextrakt erfüllt nach bisherigem Wissensstand die Kriterien eines pflanzlichen Diätetikums zur adjuvanten Therapie bei Diabetes Typ 2 (3).

Zimtöl und Zimtrinde weisen eine gute antimikrobielle Aktivität aus. Dies geht vor allem auf die Wirkung des Zimtaldehyds zurück, die Hauptkomponente des im Zimt enthaltenen ätherischen Öls; besonders aktive Komponenten sind aber auch p-Cymol, Linalool und o-Methoxizimtaldehyd (4).

Mögliche Anwendunggebiete

  • metabolisches Syndrom
  • Diabetes melitus
  • Hyperlipidämie

Referenzen

  1. Khan, Alam, et al. “Cinnamon improves glucose and lipids of people with type 2 diabetes.” Diabetes care 26.12 (2003): 3215-3218.
  2. Allen, Robert W., et al. “Cinnamon use in type 2 diabetes: an updated systematic review and meta-analysis.” The Annals of Family Medicine 11.5 (2013): 452-459.
  3. Mang, B., et al. “Effects of a cinnamon extract on plasma glucose, HbA1c, and serum lipids in diabetes mellitus type 2.” European journal of clinical investigation 36.5 (2006): 340-344.
  4. Beuchat, Food Preserv. 1994, S. 167–179; Conner/Beuchat, J.Appl.Bacteriol. 59, S. 49–55 (1985); De Smet et al.: Adverse Effects of Herbal Drugs,

Bierhefe

Saccharomyces cerevisiae

Synonyme: Backhefe, Spalthefe, Bäckerhefe, Trockenhefe

Funktion

Reich an B-Vitaminen

Bierhefe ist besonders reich an Vitaminen des B-Komplexe und Mineralstoffe.  Die enthaltenen B-Vitamine sind Thiamin (B 1 ), Riboflavin (B 2 ), Niacin (B 3 ), Pantothensäure (B 5 ), Pyridoxine (B 6 ), Folsäure (B 9 ) und Biotin (B 7 ). Bierhefe enthält kein Vitamin B12. Die wichtigsten Mineralstoffe in Bierhefe sind Selen, Chrom und Zink (1).

Beta-Glucan unterstützt das Immunsystem und die Blutzuckerkontrolle

Beta-Glucan ist ein natürliches Polysaccharid, das sich in den Membranen von Mikroorganismen wie Hefen und Pilzen findet. Beta-Glucan beeinflusst die Blutfettwerte positiv, senkt den Blutzuckerspiegel und stimuliert die körpereigene Immunabwehr (2). Zudem steigert Beta-Glucan die Aktivität der antioxidativ wirksamen Enzyme (Superoxid Dismutase und Katalase) und hemmt dadurch die Lipidperoxidation, die als Marker für systemischen oxidativen Stress gilt (3).

Mögliche Anwendungsgebiete

  • Eingeschränkte Immunabwehr und wiederkehrende Infekte (4)(5)
  • Blutzuckerkontrolle (6)
  • Verbesserung der Blutfettwerte

Weiterführende Information

Immunmodulation durch Erhöhung der Aktivität der Leukozyten.

Unterstützung der angeboren und erworbenen Immunität durch Aktivierung des intestinalen NF-kappaB (nuclear factor- kappa B).

Referenzen

  1. Lee HS, Jung EY, Suh HJ. Chemical composition and anti-stress effects of yeast hydrolysate. J Med Food . 2009;12(6):1281-1285.
  2. Kim SY, Song HJ, LeeYY, Cho KH, Roh YK: Biomedical issues of dietary fibre beta-glucan. J Korean Med Sci 2006; 21 (5): 781-9.
  3. Pietrzycka A, Stepniewski M, Waszkielewicz AM et al: Effect of Vita- Glucan on some antioxidant parameters of the human blood. In vitro study. Acta Pol Pharm 2006; 63 (6): 547-51.
  4. Moyad MA, Robinson LE, Kittelsrud JM, et al. Immunogenic yeast-based fermentation product reduces allergic rhinitis-induced nasal congestion: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Adv Ther . 2009;26(8):795-804.
  5. Babineau TJ, Marcello P, Swails W, Kenler A, Bistrian B, Forse RA. Randomized phase I/II trial of a macrophage-specific immunomodulator (PGG-glucan) in high-risk surgical patients. Ann Surg . 1994;220(5):601-609.
  6. Li YC. Effects of brewer’s yeast on glucose tolerance and serum lipids in Chinese adults. Biol Trace Elem Res . 1994;41(3):341-7.

Kurkuma

Curcuma (auch: Gelbwurzel) zählt zur Familie der Ingwergewächse und wird in tropischem Asien und Afrika kultiviert. Als Hauptwirkstoffe gelten die enthaltenen „Curcuminoide“.Kurkuma hat als Heil- und Gewürzpflanze eine lange Tradition in der ayurvedischen und traditionellen chinesischen Medizin.

Funktion

Das, im Kurkuma enthaltene Curcurmin, hat sowohl entzündungshemmende als auch antioxidative Eigenschaften.

Schutz der Bauchspeicheldrüse vor oxidativem Stress

Die Curcuma-Inhaltsstoffe haben durch ihre antioxidativen-Eigenschaften eine stark schützende Wirkung auf die Zellen des Pankreas. Dadurch erklären sich zum Teil die präventiven Effekte bei der Erhaltung der Integrität der Bauchspeicheldrüse (1). Insbesondere die Zellen der Langerhansschen Inseln werden durch Curcumin vor oxidativen Veränderungen und Entzündungsprozessen geschützt (2).

Mögliche Anwendungsgebiete

  • Diabetes melitus
  • chronisch entzündliche Erkrankungen
  • Gefäßschutz

Referenzen

  1. Meghana K, Sanjeev G, Ramesh B: Curcumin prevents streptozotocin-induced islet damage by scavenging free radicals: a prophylactic and protective role. Eur J Pharmacol. 2007 Dec 22;577(1-3):183-91
  1. Kanitkar M, Gokhale K, et al: Novel role of curcumin in the prevention of cytokine-induced islet death in vitro and diabetogenesis in vivo. Br J Pharmacol. 2008 Nov;155(5):702-13

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Markus Berndt

Autor, dipl. Personaltrainer & Ernährungscoach, Unternehmensberater für betriebliche Gesundheitsförderung

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