Das Fastenexperiment – und seine Auswirkung auf den Blutzucker

Pizza with Stop Sign

Manchen Menschen kann es ja bekanntlich nie schnell genug gehen, Geduld ist da offenbar einFremdwort.

Auch ich muss gestehen, dass ich oft ungeduldig werde, wenn sich der erhoffte Erfolg nicht rasch genug einstellt. Beim Blutzucker muss man es wohl „Jammern auf hohem Niveau“ bezeichnen, doch trotz bester HbA1c-Werte strebe ich nach wie vor Optimierungen an.

Da ich jedoch der Meinung bin, dass es kaum noch Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die ich betreffend Diabetes Typ-2 auf natürliche Art heilen noch nicht erforscht habe, war mir eines klar: ich muss zu drastischeren Mitteln greifen, um eventuell doch noch bessere Werte zu erreichen.

Als die ultimative Methode zum Blutzuckersenken schien das Fasten naheliegend. Also entschied ich mich dazu, es, sozusagen als Premiere, das erste Mal auszuprobieren.

  • Einerseits ist es ganz einfach, man isst nämlich einfach nichts – anderseits ist es doch sehr schwierig, man isst nämlich einfach nichts :=)

Meine eigene Fastenreihe zu Rate ziehend, entschloss ich mich aus praktikablen Gründen zum Intermittierenden Fasten, und begann mein Fastenexperiment am Dienstag, den 12.05.2015, pünktlich um 8 Uhr, NACH dem Frühstück. Ich muss gestehen, dass ich anfangs etwas nervös war, schließlich handelte es sich hierbei um die erste Nahrungskarenz meines Lebens.

Mutig und gefasst auf allerschlimmste Entzugserscheinungen, begab ich mich in die Wogen des ersten Fastentages, den ich wie jeden anderen Tag auch verbrachte – nämlich einerseits arbeitend, anderseits trainierend. Damit möchte ich zum Ausdruck bringen, dass ich außer dem Nahrungsentzug nichts an meiner Tagesroutine änderte. Und genau das finde ich so praktikabel an dieser Art des Fastens.

Aber nun zurück zu meinen Erfahrungen: Entgegen den Befürchtungen meiner Familie, die schon erwog, kurzfristig das Weite zu suchen, war ich weder allzu grantig, noch fiel mir das Nichtessen besonders schwer. Ich versuchte mich von den begehrenswerten Orten wie Küche und Speisezimmer fernzuhalten und saß, als die anderen aßen, zwecks Ablenkung „asozial“ vor dem Computer.

 Lange Rede, kurzer Sinn – es fiel mir vergleichsweise leicht. Allerdings habe ich auch sehr, sehr viel Flüssigkeit zu mir genommen. Und das ist wohl sicherlich die Grundvoraussetzung, um diese Phase(n) erfolgreich und gesund zu überstehen. Ich trank mindestens 3 Liter Wasser, 2 Tassen Tee, und am Nachmittag gönnte ich mir sozusagen als Belohnung einen kleinen Espresso – that´s all!

Am nächsten Morgen freute ich mich –was für eine Überraschung – schon sehr auf das Frühstück. Wobei ich dabei interessanterweise nicht übermäßig mehr Hungergefühl hatte als üblicherweise. Daher habe ich auch nicht mehr gegessen, als ich es sonst gewohnt war – das wäre voraussichtlich auch ein wenig  kontraproduktiv, wie ich annehme. Diesen 2. Tag der intermittierenden Fastenperiode verbrachte ich „normal essend“, bis ich mich mit Donnerstag, den 14.05.2015 schnurstracks in den 2. Fastentag begab. Alles wie gehabt, allerdings fiel es mir interessanterweise schwerer durchzuhalten, als es beim 1. Tag der Fall war. Ich denke, dass das mit der Erwartungshaltung zu tun hat, und die Psyche in diesem Fall eine große Rolle spielt.

Schließlich war ich zu Beginn meines Fastenexperiments auf das „Ärgste“ vorbereitet, und war dann eigentlich überrascht, wie leicht es mir fiel. In weiterer Folge trat wohl der Umkehreffekt ein.

Ich dachte mir wohl, „ist ja ein Klacks, das Fasten – sozusagen alles easy cheesy, mach ich mit links“. Naja, auch dieser Tag ging ohne „Umfaller“ vorüber, und ich begann richtig stolz auf mich zu werden. Todesmutig zog ich es durch, was tut man nicht alles, um kerngesunde 120 Jahre alt zu werden!:=)

 

 

  • Insgesamt habe ich 1 Woche intermittierend gefastet, wobei dabei 4 Tage tatsächlicher Nahrungsentzug stattfand. Man spart Geld beim Einkaufen, außerdem ist Fasten bekanntlich die einzig wissenschaftlich anerkannte Methode, den Alterungsprozess zu verlangsamen.

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss, wir nähern uns der Antwort auf die alles entscheidende Frage  – wie reagierte der Blutzucker auf den Nahrungsentzug? Hat es sich ausgezahlt, auf das geregelte Essen zu verzichten? Schließlich habe ich mir diese Woche ja nicht deshalb „angetan“, weil ich einen Hang zum Masochismus habe! :=)

Das Resultat:

 

  • HbA1c nach 1 Woche intermittierendem Fasten: -5% des Ausgangswertes!

Das bedeutet, dass nur eine einzige Woche mit insgesamt 4 „echten“ Fastentagen den durchschnittlichen Blutzucker um 5% gesenkt hat! Das Tollste daran ist jedoch, dass sich vor allem der Morgenzucker massiv verbessert hat, und alleine das war es schon wert.

Dieses Selbstexperiment kann also mit Fug und Recht als erfolgreich betrachtet werden, weswegen ich mir ab jetzt überlege, dieses alle 1-2 Monate zu wiederholen! Dann ist es allerdings kein Experiment mehr, sondern vielmehr Routine…

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Markus Berndt

Autor, dipl. Personaltrainer & Ernährungscoach, Unternehmensberater für betriebliche Gesundheitsförderung

Kommentare (1)

  • Avatar

    Günther Manina

    |

    hallo Herr Berndt,
    danke für die Bestätigung. Ich habe die gleiche Erfahrung gemacht. Speziell nach einer Meier-Diät (10 Tage Fasten, am Anfang ohne Nahrung und dann wenig Trennkost) hat meinen Körper und geist entschlackt. Die leicht erhöhten Zuckerwerte waren vergessen und vorallem die Müdigkeit ist verschwunden. Ich Mache seitdem fast regelmäßig einen Fasttag pro Woche.
    Schöne Grüße aus Hersbruck

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