Was ist C-Peptid und warum ist dieser Wert so wichtig?

Test tubes closeup on blue background

Schwer nachvollziehbar, aber die Kosten für die Bestimmung dieser ganz und gar wesentlichen „Kennzahl“ werden von den Krankenkassen üblicherweise nicht übernommen. Auch Ärzte empfehlen die Erhebung dieses Laborwerts eher selten.

Kaum verständlich, schließlich erhält man über das C-Peptid verlässlich darüber Aufschluss, wieviel Insulin die Bauchspeicheldrüse (noch?) produziert, und das ist neben dem Wissen um den HbA1c Wert eine der wichtigsten Informationen überhaupt.

Doch was ist eigentlich überhaupt C-Peptid, und warum misst man nicht gleich das Insulin? Immer dann, wenn die Bauchspeicheldrüse Insulin abgibt, wird gleichzeitig zu gleichen Teilen C-Peptid freigesetzt. Wie wir bereits wissen, wird Insulin von der Bauchspeicheldrüse produziert, aber zuvor wird das sogenannte „Proinsulin“ hergestellt, und dieses spaltet sich in Folge zu Insulin und C-Peptid. Somit ist C-Peptid eigentlich eine Art Verbindung des Pro-Insulins mit dem Insulin, das später ins Blut abgegeben wird. Wesentlich ist jedoch dabei, dass immer dann, wenn Insulin freigesetzt wird, auch C-Peptid ins Blut gereicht. Theoretisch könnte man natürlich gleich das Insulin messen, der C-Peptid Wert ist jedoch „unbestechlicher“. Da im Gegensatz zu C-Peptid das Insulin primär in der Leber abgebaut wird, ist es auch weiteren Einflüssen ausgesetzt, diese könnten das Ergebnis verfälschen. Entscheiden ist dabei jedoch, dass man beim Insulin nicht unterscheiden kann, ob es aus der Bauchspeicheldrüse stammt, oder extern durch Medikamente zugeführt wurde.

C-Peptid Normwerte Die Referenzwerte (laut meinem eigenen Laborbefund von 01/2015) bewegen sich zwischen 0.5 – 3.5. Wie interpretiert man aber nun diese Werte: Ist der C-Peptid Wert zu hoch, bedeutet das, dass zu viel Insulin freigesetzt wird – man spricht hierbei von einem „relativen Insulinüberschuss“. Dieser entsteht durch die Insulinresistenz, die Zellen reagieren nicht mehr im erforderlichen Ausmaß auf das eigene Insulin. Dadurch wiederum gelangt zu wenig Energie (Glukose) in die Zellen, und diese melden Nachholbedarf. Die Bauchspeicheldrüse empfängt die Signale und schüttet noch mehr Insulin aus. Ein diabolischer Kreislauf entsteht, die Insulinresistenz wird durch das vermehrte Insulin im Blut (=relativer Insulinüberschuss) immer größer, die Bauchspeicheldrüse ermüdet mit der Zeit, die Insulinproduktion sinkt immer mehr. Die Folge daraus wäre ein zu niedriger C-Peptid Wert (=zu wenig Insulin-Eigenproduktion). Sinkt dieser Wert gegen 0, ist der Kampf verloren, Kunstinsulin muss zugeführt werden.

Die Schlussfolgerung Zum Zeitpunkt der Diagnose Diabetes Typ 2 haben die meisten Patienten noch genügend Eigeninsulin, und gleichzeitig aus oben genannten Gründen zumeist einen relativen Insulinüberschuss. Mit der Überprüfung des C-Peptid Wertes erhält man die Bestätigung, und in diesem Fall dürfte meiner Ansicht nach sowohl aus medizinischer Sicht wie auch ethischen Gründen nur eine einzige Therapie in Frage kommen: Die medikamentenlose sogenannte „lifestyle intervention“. Ausschließlich mit einer Änderung der Ernährung und gezielten Bewegungseinheiten lässt sich die festgestellte Insulinresistenz rückgängig machen und verhindern, dass die Bauchspeicheldrüse mit der Zeit die Insulineigenproduktion aufgibt. Medikamente bewirken meist das Gegenteil, eine Heilung ist damit unmöglich!

Die Zukunft? Abgesehen von der menschlichen Komponente würden sich die Sozialversicherungsapparate Unmengen an Kosten ersparen, wenn sie statt Tabletten und Kunstinsulin zu finanzieren, den eigentherapeutischen Ansatz mehr fördern würden. Eine stoffwechseloptimierte Küche & gezielte Bewegung brächten weitaus mehr, als die finanzierten Chemiekeulen der Pharmaindustrie – die Erfolgswahrscheinlichkeit würde in diesem Fall laut Experten bei bis zu 85% liegen! Eine Quote, von der die Pharmariesen nur träumen können, aber es wäre wohl eher deren Alpträume…

Please follow and like us:
YouTube
Whatsapp
Google+
http://www.diabetesade.com/allgemeine-themen/was-ist-c-peptid.html
RSS

Markus Berndt

Autor, dipl. Personaltrainer & Ernährungscoach, Unternehmensberater für betriebliche Gesundheitsförderung

Kommentare (3)

  • Avatar

    PIa

    |

    HALLO HERR BERNDT,

    mich würde interessieren, ob bei meinem FORTGESCHRITTENEN DIABETES NACH MEHR ALS 10 JAHRTEN insulinzufuhr EINE MESSUNG DES C-PEPTID-WERTES überhaupt noch aussagekräftig wäre und ob eine von ihnen empfohlene umstellung noch aussicht auf erfolg hätte. Dazu folgendes:

    seit 2000 ist mein diabetes typ 2 diagnostiziert und seit 2005 spritze ich Insulin. Mein hba1c-wert lag im sommer 2016 bei 10,6. durch arzt- und medikamenten-wechsel (neu = humalog (kurzzeit) – und toucheo (langzeit)-Insulin in kombi mit 1 x jardiance 25 + 2 x metformin1000) sowie ernährungsberatung seit 9/2016 liegt mein hba1c inzwischen bei 7,2. Ich bin 67 jahre alt und übergewichtig. ich habe bereits diabet. polyneuropathie, was durch Nervenleitmessungen 2005 und 2010 bestätigt wurde. meine nierenwerte sind auch bereits negativ grenzwertig, was durch jardiance aufgehalten werden soll usw. Eine c-peptid-messung wurde bei mir bisher nie durchgeführt.

    ich wollte mich heute im netz informieren, wie eine lipolyse mit der gefahr einer ketoazydose bei insulinmangel abläuft, weil ich gestern abend mein langzeit-insulin vergass einzunehmen usw. dabei bin ich auf ihre seite gestoßen und habe schon gelernt, wie hilfreich natron und moringa sein können. 🙂

    Wäre ihr buch noch hilfreich für mich oder lohnt sich eine umstellung bei mir nicht mehr ?
    leider weiß ich auch nicht, welches ihrer bücher für mich am besten geeignet ist, weil ich nicht erkennen kann, wie sich die bücher unterscheiden und wann sie herausgegeben wurden oder ob sie aufeinander aufbauen oder nicht usw.

    ich wäre ihnen dankbar, wenn sie mir antworten könnten.

    lg pia

    Reply

    • Avatar

      Markus Berndt

      |

      Liebe Pia,
      ich kann und darf Ihnen hier keine Beratung anbieten, welche Ärzten vorbehalten ist. Ihr Fall erscheint mir auch nicht gerade einfach, eine “Ferndiagnose” wäre sowieso unmöglich. Natürlich wäre jedoch auch in Ihrem Fall die Bestimmung des C-Peptid Wertes noch interessant, warum denn nicht? Auch wenn Ihr Diabetes leider offensichtlich schon recht fortgeschritten sein dürfte, kann man sicherlich auch an Ihrer Situation noch einiges optimieren. Ich kenne sowohl einen ausgezeichneten Diabetologen und auch eine sehr gute Diabetesberaterin. Wenn Sie hier Unterstützung benötigen, schreiben Sie mir bitte an mberndt@connecting.at eine Email. Zum Einstieg würde ich Ihnen mein erstes Buch (Diabetes Ade- das Ende der Zuckerkrankheit) empfehlen, danach eventuell das Kochbuch. Vielleicht haben Sie ja auch mal Lust, uns auf eine unserer Gesundheitsreisen zu begleiten?

      Reply

  • Avatar

    Martinek Anna

    |

    Informative Seite, Ich habe seit einem Jahr Lada momentan nur esseninsulin.das buch vom markus berndt habe ich mir gleich nach meiner Diagnose Mai 2015 gekaUFT: LEIDER WAR ICH KEIN tYP 2 sonst wäre ich schon wieder gesund. Ich lasse mir den C-Pedid Wert bei den Lang

    Reply

Kommentieren