Nahrungsergänzungsmittel – sinnvoll oder nur Betrug?

ScharlatanBereits in meiner Kindheit und Jugend wurde dafür geworben, allerdings gab es damals nicht viel mehr als Mutivitamintabletten zu kaufen. Diese suggerierten uns viel Gesundheit um wenig Geld. Nur 1 – 2 Tabletten täglich seien dafür notwendig. Wunderbar, nicht wahr? Auch ich ging den markigen Marketingsprüchen auf den Leim, gesünder wurde ich dadurch wohl kaum.

Eine Zeitlang war es en vogue, jeder von uns nahm sie, die wahre Wunder versprechenden Multivitamintabletten. Vermittelten sie uns doch Gesundheit pur und ein langes Leben. Die Werbung funktionierte gut, die Botschaft kam an. Wollte man uns doch glauben machen, dass wir alle mit Vitaminen unterversorgt sind und dadurch Krankheiten jeglicher Art Tür und Tor öffnen. Das Ganze war natürlich völliger Humbug, denn zu dieser Zeit strotzen Obst und Gemüse nur so voller Vitalstoffe und das Wort „Bio“ war völlig unnötig. Weit und breit kein einziger Bauer kam damals auf die Idee, seine Felder mit Pestiziden zu vergiften. Importiertes, weitgehend vitalstofffreies Hochglanzobst gab es kaum, man ernährte sich großteils saisonal. Wir Kinder bewegten uns viel in freier Natur und waren im Großen und Ganzen kerngesund. Und ganz bestimmt nicht mangelernährt. Doch wie sieht es damit heute aus?

Wie ich bereits in meinem zuletzt erschienenen Buch Diabetes Ade! …und Heilung ist doch möglich!  beschrieb, finden wir in unseren Supermarktregalen über weite Strecken nur noch einen stark reduzierten Vitalstoffgehalt im Obst vor. Importiertes sowie teilweise auch heimisches Obst und Gemüse ist mit Pestiziden verseucht, die wenigsten greifen zu Bio, da es vielen Menschen schlicht und ergreifend einfach zu teuer ist. Man gibt sein Geld lieber für Smartphones, Fernseher und Autos aus. Die Folge? Tatsächlich kommt es zu teilweise erschreckenden Vitalstoff-Defiziten in der Bevölkerung, vor allem immer mehr Kinder und Senioren sind davon betroffen.

 ➡ Man geht mittlerweile davon aus, dass mehr als 80 Prozent aller Erkrankungen in den westlichen Industrieländern ernährungs- und lebensstilinduziert sind.

Bereits 1992 wurde in der sogenannten „Deklaration von Saas-Fee“ in der Schweiz über die Bedeutung von nutritiven Antioxidantien in der Präventivmedizin festgehalten, dass antioxidativen Mikronährstoffen in der Prävention vieler Erkrankungen große Bedeutung beigemessen wird. Darunter finden sich unter anderem Krankheiten wie Herz-Kreislauferkrankungen, zerebrovaskuläre Erkrankungen (Durchblutungsstörung des Gehirns) und verschiedene Krebsformen.

 ➡ Für die Anwendungssicherheit antioxidativer Mikronährstoffe, wie Vitamine E, Vitamin C, Carotinoide, Alpha-Liponsäure und anderen liegen unumstößliche Erkenntnisse vor, auch bei sehr hoch dosierter Zufuhr.

Persönlich habe ich meinen Fokus in den letzten Jahren bekanntlich auf Diabetes Typ-2 gelegt und mich dadurch „notgedrungen“ auch mit der Supplementierung von Vitalstoffen beschäftigt. Obwohl ich sehr viel Obst esse, bin ich aus oben genannten Gründen der Meinung, dass ich nur so etwaigen Mangelerscheinungen vorbeugen kann. Von Multivitamintabletten halte ich allerdings ebenso wenig, wie völlig unmotiviert und willkürlich Präparate einzunehmen, ohne sich vorher auf eventuelle Vitalstoffdefizite ausgetestet zu haben. Beides empfinde ich als unverantwortlichen „Blindflug“, der womöglich bedeutend größeren Schaden als Nutzen im Körper anrichten kann.

In aller Bescheidenheit traue ich mich doch behaupten, in Bezug auf Diabetes Typ-2 eine weitreichende Expertise aufweisen zu können, vor allem was Ernährung und auch Nahrungsergänzungsmittel (NEM) betrifft. Im Laufe der Jahre habe ich wohl Hunderte verschiedene Präparate auf Wirksamkeit getestet und kann in diesem Zusammenhang festhalten, dass es viel Hilfreiches gibt, jedoch keine Wundermittel existieren. Ganz im Gegensatz zu manch eigenartig anmutenden „Wunderheilern“ widerspreche ich entschieden, dass man mit ein paar speziellen NEM innerhalb kurzer Zeit so schwerwiegende Krankheiten wie Diabetes heilen kann. Wenn es so einfach ginge, würde es sich rasch herumsprechen und die Zuckerkrankheit wäre schon ausgerottet. Ein bisschen Vitamin C hier ein wenig Vitamin D dort und vor allem das „Zauberelixier“ OPC obendrauf – und fertig ist der Druidentrank? Mitnichten“! Auf YouTube könnte man fast diesen Eindruck gewinnen, zumindest wenn man sich auf die Seiten und Videos vereinzelter „Spezialisten“ verirrt. Diese Form fast sektenartiger Geschäftemacherei auf dem Rücken leichtgläubiger und teilweise verzweifelter Menschen finde ich widerlich und in höchstem Maße unseriös.

OPC (Oligomere Proanthocyanidine) kommt übrigens auf natürliche Art in Traubenkernen vor, Traubenkernmehl kann man bei vielen Weinbauern kostengünstig und in Bio-Qualität erwerben. Ich verwende es gerne zum Brotbacken. Und schon hat man ein wirksames Antioxidant und Entzündungshemmer sowie natürliches Anti-Aging-Mittel zur Hand. OPC klingt zugegebenermaßen weit vielversprechender als Traubenkernmehl, die Wirkung ist allerdings die gleiche.

Meine Erkenntnisse:

  1. Diabetes Typ-2 ist auf natürliche Art und Weise heilbar, davon bin ich bekanntlich überzeugt. Allerdings gehört dazu bedeutend mehr Expertise, als ein paar Nahrungsergänzungsmittel willkürlich einzunehmen und damit die Taschen zwielichtiger Geschäftemacher zu füllen.
  2. Die meisten Menschen in unseren Breitenkreisen weisen tatsächlich erhebliche Vitalstoffdefizite auf. Diese lassen sich nicht, wie manche unbedingt glauben möchten, mittels Bioscan Messung nachweisen, sondern seriös und korrekt ausschließlich durch eine genaue Analyse im Vollblut.
  3. Wahllos Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente einzunehmen bringt selten einen Mehrwert, Multipräparate schon gar nicht.
  4. Wundermittel, die alle Krankheiten heilen, gibt es nicht, sehr wohl jedoch zielgerichtet eingesetzte NEM, die den Weg zur Heilung unterstützen können.
  5. Vorgenannte Themen gehören allesamt in die Hände von „neutralen und objektiven“ Spezialisten, glauben Sie besser niemanden, der in irgendeiner Art und Weise mit dem Verkauf von solchen Produkten zu tun hat.

Diabetes Ade-Termine im Herbst/Winter 2017:

25.10.2017: Sprechstunde „Diabetes Prävention im Zentrum“, in der Praxis von DDr. Sabine Wiesinger – http://www.diabetesade.com/seminare-workshops

1.10.2017 – 5.10.2017: Lifestyle Reise nach Bad Schönau – http://www.diabetesade.com/diabetes-ade-urlaub-in-oesterreich/diabetes-ade-in-bad-schoenau Info: nur noch unter buchung@diabetesade.com zu reservieren!

22.11.2017: Impulsvortrag mit Verkostung in der Wiener Stilarena – Eintritt frei! – http://www.diabetesade.com/seminare-workshops

27.11.2017 – 1.12.2017: Exklusive-Lifestyle Reise nach St. Agatha: http://www.diabetesade.com/urlaube-diabetes-ade/lifestyle-gesundheitstage-in-st-agatha

 

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Zusammenfassung
Nahrungsergänzungsmittel – sinnvoll oder nur Betrug?
Artikel Name
Nahrungsergänzungsmittel – sinnvoll oder nur Betrug?
Beschreibung
Nahrungsmittelergänzung Betrug
Autor

Markus Berndt

Autor, dipl. Personaltrainer & Ernährungscoach, Unternehmensberater für betriebliche Gesundheitsförderung

Kommentare (1)

  • Avatar

    Frank Reymann

    |

    Naja Vitamin D? Vll Sollte Man Einfach Mal Öfter RAUS Gehen? Auch Im Winter. ☺️

    OPC Ist SEHR Vorteilhaft Aber Andere Sachen Wie Chrom Sollte Man Nicht Ausser Acht Lassen, Besonders Bei Diabetes. Sportler Sollten Zudem Noch AUF MA Und Ca Achten. Vielleicht HABE ICH Noch Etwas Vergessen?

    Nem Sollte Vor Allem Natürlich Sein, Auch Die Zusatzstoffe. Ganz Wichtig.☺️

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