Eisenmangel

EisenOhne Eisen ist keine Atmung möglich, auch unsere Muskeln wären funktionsunfähig. Recht häufig treten Eisenmangel und Anämie (Blutarmut) leider auch in Verbindung mit Diabetes auf. Bis zu 25 % aller Diabetiker dürften im Laufe ihres Lebens von einer Blutarmut betroffen sein.

Eisenmangel ist die weltweit häufigste Mangelerscheinung überhaupt. Er ist in etwa für 80 % aller Anämien verantwortlich, einem Mangel an rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) oder roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Blut. Eisen ist für die Blutbildung unabdingbar, der tägliche Eisenbedarf bei Männern beträgt ca. 1 mg pro Tag, Frauen benötigen 2 bis 3 mg pro Tag.

Ein Eisenmangel kann jedoch auch erhöhte HbA1c-Werte hervorrufen und so für Verwirrung unter Diabetikern sorgen.

Wie wir wissen, gibt der HbA1c die Stoffmenge des Hämoglobins an, die mit der Glucose verbunden ist. Je höher die durchschnittliche Glucose-Konzentration im Blut, desto höher ist auch der Langzeitzucker HbA1c-Wert.

Durch eine Analyse von 12 sogenannten Kohorten-Studien (1), die von der Universität Nottingham durchgeführt wurde, konnte man nachweisen, dass der HbA1c-Wert sowohl durch Eisenmangel wie auch Eisenmangelanämie erhöht wird. Eisenmangel verlängert nämlich die Lebensdauer der roten Blutkörperchen, was wiederrum einen erhöhten HbA1C-Wert verursacht.

 💡 Ein Indiz auf einen diesbezüglichen Eisenmangel besteht in all jenen Fällen, in welchen der über einen längeren Zeitraum selbst gemessene und dokumentierte Blutzuckerwert von dem im Labor ermittelten Langzeitzucker HbA1c signifikant abweicht.

Die daraus resultierende Empfehlung der Wissenschaftler lautet daher, einen etwaigen Eisenmangel durch den Arzt überprüfen zu lassen. Denn sobald in solchen Fällen der Eisenmangel behandelt wird, sinkt auch der HbA1c wieder.

 💡 Ein Eisenmangel kann folglich einen „fälschlich“ erhöhten HbA1c verursachen und in manchen Fällen so irrtümlicherweise auf eine Diabetes Erkrankung hinweisen!

Die Diagnose eines Eisenmangels wird durch folgende Laborparameter bestimmt:

  • Hämoglobin
  • Transferrin
  • Ferritin

Eisen-Normwerte (2)

Männer-Untergrenze: 50 Mikrogramm pro Deziliter (µg/dl) oder 9 Mikromol pro Liter (µmol/l)
Männer-Obergrenze: 160 Mikrogramm pro Deziliter (µg/dl) oder 29 Mikromol pro Liter (µmol/l)

Frauen- Untergrenze: 50 Mikrogramm pro Deziliter (µg/dl) oder 9 Mikromol pro Liter (µmol/l)
Frauen-Obergrenze: 150 Mikrogramm pro Deziliter (µg/dl) oder 27 Mikromol pro Liter (µmol/l)

Lebensmittel und Gewürze mit hohem Eisengehalt:

  • Rotes Fleisch & Geflügel
  • Leber
  • Kürbiskerne
  • Pistazien
  • Sesam
  • Weizenkleie
  • Pseudogetreide
  • Hülsenfrüchte
  • Vitamin C
  • Zimt & Kardamom
  • Petersilienwurzel & Brennnesselblätter

Gesenkt wird die Aufnahmefähigkeit von Eisen unter anderem durch:

  • Wein
  • Milchprodukte
  • Tee & Kaffee
  • Kakao & Schokolade
  • Fertiggerichte aufgrund diverser Zusatzstoffe
  • Vollkorn- & Sojaprodukte und Mais & Reis aufgrund von Phytinsäure
  • verschiedene Medikamente wie Antibiotika

Quellen:

(1): http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00125-015-3599-3

(2): http://www.internisten-im-netz.de/de_eisen_1339.html

 

 

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Markus Berndt

Autor, dipl. Personaltrainer & Ernährungscoach, Unternehmensberater für betriebliche Gesundheitsförderung

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