Die 3 Diabetes Äffchen

3 AffenDieser Artikel wird möglicherweise polarisieren, aufregen und auch Missfallen erregen. Ich habe mir lange überlegt, ob ich ihn überhaupt schreiben soll. Doch letztlich ist

„nichts mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist“ (Victor Hugo)

In diesem Fall ist es wohl eher eine Art Bewegung, die gerade im Entstehen ist. Denn immer mehr Menschen entscheiden sich für eine Diabetes Ade-Lifestyle Therapie, um einer möglicherweise lebenslangen Medikamentenfalle zu entkommen.

Sowohl der Beginn, wie auch die Gründe für eine „Diabetes Typ-2 Karriere“, ist bei den meisten Menschen gleich. Jahrelange Fehlernährung in Form ungesunder Kohlenhydrate wie Zucker und Weizen, gepaart mit zu wenig Bewegung / längerem Sitzen, Stress und schlechtem Schlaf. Ob über den „Umweg“ der Fettleibigkeit oder „direttissimo“ in die Zuckerfalle, ob schon älter oder noch ganz jung – mittlerweile kann sich niemand mehr „auf der sicheren Seite“ fühlen. Der Begriff „Alterszucker“ hat längst ausgedient. Es ist schon lange keine Frage des Alters mehr, sondern vielmehr des eigenen Lebensstils. Solange wir nicht aufhören, denaturierte Nahrungsmittel in uns hinein zu futtern (und vor allem auch unsere Kinder damit mästen!), solange wird sich an der Ausbreitung der Pandemie Diabetes Typ-2 auch nichts ändern.

Die Diagnose „zuckerkrank“ wird zumeist im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung mehr oder weniger „zufällig“ gestellt, üblicherweise vom Hausarzt. Dieser verschreibt in der Regel Medikamente, wer Glück hat bekommt „nur“ Metformin, so manch anderer darf gleich zur Insulinspritze greifen. Kaum einer der „Frischlinge“ startet mit einer Lifestyle Therapie, die meisten haben noch nicht einmal von dieser Möglichkeit gehört.

Vom manchem Arzt erfährt man, dass kein Weg an einer medikamentösen Therapie vorbeiführt. Denn Diabetes Typ-2 sei eine progressive Erkrankung, die immer weiter voranschreitet und (angeblich) nicht aufzuhalten wäre. Des Weiteren wird kundgetan, dass man mit Medikamenten das Fortschreiten verlangsamen würde und so auch das gefürchtete Risiko vor Spätkomplikationen reduziert. Doch wehe dem der es wagt, eine medikamentöse Therapie in Frage zu stellen und diesbezügliche Einwände in den Raum stellt. Diese Art Majestätsbeleidigung wird rasch übelgenommen und sogleich die „Angstkeule“ ausgepackt. Schreckliche Folgen soll dieser Frevel haben, gar Krebs wird eingeschüchterten Patienten in Aussicht gestellt, sofern man in Erwägung zieht, Tabletten wieder abzusetzen.

 ➡ Diese Art Argumentation ist nicht nur erschreckend dumm, sondern auch grundlegend falsch. Zum Glück ist sie eher die Ausnahme als die Regel, denn sie enthält unzulängliche Informationen und vermittelt ein einseitiges Bild. Vor allem aber suggeriert sie, dass es keine andere Wahl gäbe.

Natürlich ist es im Fall, einer Diabetes Typ-2 Erkrankung besser Medikamente zu nehmen, als gar nichts an seinem Zustand zu ändern. Doch vergessen wird wohl dabei, dass es bedeutend vernünftiger wäre, keine Medikamente zu nehmen und lieber umgehend mit einer Lifestyle Therapie zu beginnen.

 💡 Denn im Gegensatz zu einer Lifestyle-Therapie, verläuft Diabetes Typ-2 im Zuge einer medikamentösen Therapie tatsächlich progressiv. Und es gibt kaum einen Weg zurück aus dieser therapeutischen Sackgasse.

Diabetes Typ-2 ist eine Zivilisationserkrankung, und wir haben uns diese aufgrund unseres Lebenswandels „selbst eingebrockt“. Wenn wir diese Lifestyle-Erkrankung erfolgreich therapieren möchten, dann sollten wir vernünftigerweise auch eine Lifestyle-Therapie als geeignetes Werkzeug dazu wählen. Denn nur so werden wir in der Lage sein, unser Schicksal wieder zum Positiven zu wenden. Und der angeblichen Progressivität ein Schnippchen schlagen. Darüber gibt es übrigens eine Menge Studien, man muss sich nur die Mühe machen, etwas zu recherchieren. Beispiel gefällig? à https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23288372

 💡 Übrigens: Wie hoch die persönliche Chance ist, mittels einer Lifestyle Therapie erfolgreich zu sein, kann man mithilfe eines ganz bestimmten Laborwerts ganz einfach überprüfen.

 💡 Und noch eine gute Nachricht: In den meisten Fällen kann man enorm viel bewirken, sehr oft lässt sich Diabetes Typ-2 auch komplett zurückdrängen! Das nennt man dann eine vollständige Remission.

Klar, es gibt da noch die genetische Disposition. Aber glauben Sie mir, diese spielt eine bedeutend geringere Rolle, als man hinlänglich annimmt. Und immerhin gibt es ja auch noch die Epigenetik, aber das ist eine andere Geschichte…

Halten wir uns also an die Fakten, und die sprechen eine eindeutige Sprache:

 ➡ Eine Lebensstilmodifikation (=Lifestyle Therapie) ist langfristig bedeutend erfolgversprechender als jede medikamentöse Diabetes Typ-2 Therapie. Und natürlich auch gesünder, denn folgende mögliche „Nebenwirkungen“ nehmen wir wohl gerne in Kauf:

  1. Steigerung der Leistungsfähigkeit
  2. Besserer Schlaf
  3. Im Falle von Übergewicht: Gewichtsabnahme ohne Diät
  4. Anti Aging, regelrechte Verjüngungseffekte
  5. Reduktion von Entzündungsfaktoren
  6. Generelle Verbesserung vieler Blutwerte

Und was sagt der fortgeschrittene Facharzt* (auszugsweise) dazu:

  1. Aus medizinischer und wissenschaftlicher Sicht führt eine Ernährungsumstellung meist zu einer deutlich effektiveren Blutzuckerreduktion als es ein Medikament schaffen kann.
  2. Man kann getrost sagen, dass eine wirksame Lebensstil-/Ernährungsmodifikation das Nonplusultra der Therapie des Typ 2 Diabetes darstellt.
  3. Ein weiterer Effekt dieser Ernährungsumstellung ist auch eine deutliche Reduktion der eigentlichen Ursache des Typ 2 Diabetes, der Insulinresistenz. Dies wird durch medikamentöse Therapie nur in geringem Ausmaß erreicht

Mein Blog www.diabetesade.com wird mittlerweile über 700.000 Mal pro Monat besucht, mein Erstlingswerk Diabetes Ade! Das Ende der Zuckerkrankheit wurde erfreulicherweise ein Bestseller. Diabetes Ade Gesundheitsreisen sind stets ausgebucht, auch die Vorträge werden förmlich „gestürmt“. Und trotzdem erreiche ich wohl nur 1-2 Prozent der „potentiellen Zielgruppe“, die es oft wohl lieber mit den 3 berühmten Äffchen hält:

nichts sehen – nichts hören – nichts sagen

Es erscheint ja auch um so vieles leichter, ein paar Tabletten einzuwerfen, als sein Leben ein wenig umzustellen. Lieber gar nicht erst umfassend informieren und schon gar nicht raus aus der geliebten Komfortzone. Frei nach dem Motto

 ➡ „Der Doktor wird´s schon richten, warum sich selbst Gedanken machen?“.

Diese lebensverneinende Einstellung zur eigenen Gesundheit hat mitunter fatale Folgen, wie zum Beispiel allein in Deutschland 50.000 amputierte Füße in Folge einer Diabeteserkrankung.

*Im November/Dezember 2017 wird eine der größten Versicherungs-Enzyklopädien weltweit publiziert. Oben zitierte Texte werden darin enthalten sein und von mir in Kürze als eigener Artikel an dieser Stelle veröffentlicht.

„Die schlimmste Nebenwirkung eines Medikaments ist, dass es den Betroffenen suggeriert, nichts am eigenen Lebensstil ändern zu müssen!“ Markus Berndt, Oktober 2017

 

Diabetes Ade-Termine im Herbst/Winter 2017:

22.11.2017: Impulsvortrag mit Verkostung in der Wiener Stilarena – Eintritt frei! – http://www.stilarena.at/inside_zuckerfrei/

27.11.2017 – 1.12.2017: Exklusive-Lifestyle Reise nach St. Agatha: http://www.diabetesade.com/urlaube-diabetes-ade/lifestyle-gesundheitstage-in-st-agatha

09.02.2018: Vortrag im Verlagshaus der Vorarlberger Nachrichten – Vorankündigung, Details folgen

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Markus Berndt

Autor, dipl. Personaltrainer & Ernährungscoach, Unternehmensberater für betriebliche Gesundheitsförderung

Kommentare (6)

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    Andreas Reese

    |

    Sehr geehrter Herr BernDt, ich verfolge seit Anfang 2016 ihre Website und lese auch jeden ihrer Newsletter mit großem Interesse. Dummerweise bin ich im sommerUrlaub vom wege abgekommen und habe auch danach zu oft Ausnahmen zugelassen, so dass ich vor 5 Wochen mit einem HBA1c von 7 konfrontiert wurde. Reissleine gezogen und seitdem konsequent “so wenig Zucker wie nur möglich” “Low Carb” und “Cardiotraining” wieder in Angriff genommen. Nun bin cih auf etwas gestossen, was mich irritierte: http://www.praxisvita.de/ist-diabetes-heilbar-ein-altes-medikament-macht-neue-hoffnung Dort wird beschrieben wieso die Betazellen sterben und wieso deswegen Diabetes chronisch ist. Wenn also Zucker ein Protein in Massen verursacht, welche die Betazellen töten, so ist diabetes unheilbar. Eine Lifestyle Änderung verlangsamt den Prozess Dann nur und hält diesen nicht gänzlich auf. Wäre in dem Falle nicht beides angebracht – wenn man die Überproduktion von TXNIP nicht anders stoppen kann, Es geht nicht um die eine Pille und alles ist gut. Sondern eine Pille und meine Bemühungen sind nicht am Ende nicht ausreichend gewesen. Besonders in der Hinsicht, dass mittlerweile viele Kinder Diabetes haben. Mit freundlichen Grüßen A.Reese

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      Markus Berndt

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      Man sollte wohl einmal mehr differenzieren und zwischen Diabetes Typ-1 (betrifft überwiegend Kinder) und Diabetes Typ-2 unterscheiden. Im Falle von Diabetes Typ-2 werden die Betazellen (im Falle korrekter Therapie!!!) nicht zerstört, sondern solange man nicht gegensteuert, immer “unempfindlicher” gegenüber dem Insulin – man nennt dass dann Insulinresistenz. Diese ist jedoch reversibel, auch wenn sich immer wieder industriefinanzierte Studienautoren sehr bemühen, diesen Umstand wegzudiskutieren, oder zumindest zu ignorieren. Ein Blutdruckmedikament als “bahnbrechend” für die Diabetes Therapie zu bezeichnen finde ich recht “verwegen”, zumindest in Bezug auf Diabetes Typ-2. Besuchen Sie doch einmal eine meiner Gesudndheitsreisen und wir beweisen es allen Skeptikern gemeinsam, dass Diabetes Typ-2 mittels Lifestyle Therapie umkehrbar ist. Und zwar nicht nur für kurze Zeit, sondern für immer! Bei mir funktioniert es mittlerweile seit über 5 Jahren und da haben mir Diabetologen (hinter vorgehaltener Hand) bereits bestätigt, dass es auch in Fachkreisen so gehalten wird, ab 5 Jahren “symptomfrei” von einer vollständigen Remission zu sprechen. Wenn Sie mich fragen, ein anderes Wort für Heilung, aber darüber kann man ja gerne diskutieren – allerdings auf sehr hohem Niveau, denn es ist dann wohl eher Wortklauberei.

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    Christian Bödeker

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    Hallo, ich bin seit 18 monaten „typ zweier“. Hatte bei einem Durchchek einen zuckerwert von 215 nüchtern! Wurde von meinem arzt abgeschrieben( metformin), habe bis heute nicht eine tablette genommen, sondern gelesen und das gelesene umgesetzt.Ich bin übrigens 49 jahre und fühle mich wie mit 28!
    Vielen lieben dank

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      Markus Berndt

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      Das freut mich sehr für Sie, herzliche Gratulation!

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    Reitmajer

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    ich denke sie sind der “neue luther UNSERER ZEIT” UND WERDEN
    DIE LEBENSMITTEL – SOWIE Pharmaindustrie INS RICHTIGE BEWUSTSEIN
    VIELER MENSCHEN RÜCKEN : DAFÜR IST EIN DANKE EINFACH ZU WENIG !
    MFG

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