Aminosäuren im Kampf gegen Diabetes

Aminosäuren

Spurenelemente, Vitamine und Aminosäuren gelten als wichtige Vitalstoffe im Kampf gegen Diabetes und sollten in ausreichendem Maße zugeführt werden.  Besonders Aminosäuren (Eiweissbausteine) können dabei mithelfen, den Blutzuckerspiegel zu regulieren und den oxidativen Stress zu reduzieren.

Zehn Jahre vor dem ersten Auftreten von Beschwerden kann ein Diabetes Typ 2 durch Früherkennung anhand von Aminosäuren möglicherweise schon im Blut entdeckt werden. Wissenschaftler von der Harvard-Universität in Massachusetts haben einen Test entwickelt, der sich auf fünf bestimmte Aminosäuren im Blut konzentriert. Sind diese erhöht, wird das mit einer verminderten Leistungsfähigkeit von Insulin in Verbindung gebracht und kann als Diabetes-Vorstufe angesehen werden.

In der neuen Diabetesforschung konzentrieren sich auch Wissenschaftler auf Aminosäuren – vor allem auf Glycin und Arginin. Bei Verwendung von Glycin und Arginin ist nämlich die Gefahr für nächtliche Unterzuckerungen gegenüber NPH-Insulin deutlich reduziert und das Dawn-Phänomen (erhöhter Nüchternblutzucker verminderte Insulinwirkung in den frühen Morgenstunden) wird kaum mehr beobachtet.

Aminosäuren sind übrigens die einzigen Grundbausteine des Körpers,  die dazu in der Lage sind, Gewebe und Organe, Muskeln, Haut und Haare zu bilden. Es gibt insgesamt über 200 Aminosäuren, u.a. L-Arginin, L-Leucin, L-Isoleucin, L-Lysin, L-Methionin, L-Phenylalanin, L-Threonin, L-Tryptophan und L-Valin.

In einer viel beachteten Studie aus dem Jahr 1998 wurde nachgewiesen, dass L-Arginin den Insulinwiderstand verringern kann, was wiederum bedeutet, dass die Insulinsensibilität erhöht werden kann. Arigin erhöht die Freisetzung von Insulin aus den beta Zellen der Bachspeicheldrüse und verbessert die Glukosetoleranz bei Diabetes. Einer der Gründe dafür dürfte sein,  dass Arginin dieVorstufe von Stickstoffoxid ist, ein Botenstoff, der die Insulinempfindlichkeit direkt beeinflusst.

Außerdem führte das Arginin zu einer deutlichen Erweiterung der Blutgefäße, wodurch auch der Blutdruck deutlich zurückgehen kann.

Zu guter Letzt gibt es nun auch schon einen neuen Biomarker für Typ-1-Diabetes. So verrät der Blutspiegel der Aminosäure L-Methionin die Krankheit schon vor dem Ausbruch! Wissenschaftler fanden in einer Studie Unterschiede in der Lipid- und Methionin-Konzentration bei Kindern heraus: Kinder, die schon im frühen Kindesalter die Autoantikörper bilden, haben im Vergleich zu Kindern, die diese Antikörper erst in der Pubertät oder gar nicht bilden, einen nur halb so hohen Methionin-Spiegel im Blut. Methionin ist eine essentielle Aminosäure, die mit der Nahrung aufgenommen werden muss, weil der Körper sie selbst nicht bilden kann.

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Markus Berndt

Autor, dipl. Personaltrainer & Ernährungscoach, Unternehmensberater für betriebliche Gesundheitsförderung

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